Landeskorrespondenz Nr. 107 vom 6. Juni 2012
Landeskorrespondenz:
Zweiter Block Temelins erhielt Lizenz für weitere 10 Jahre – Bundesregierung muss dagegen protestieren
(LK) "Obwohl bis zum heutigen Tag die Sicherheitsnachrüstungen Temelins aus dem Melker Übereinkommen nicht vollständig umgesetzt sind, gibt es von der Bundesregierung nicht einmal Proteste gegen die verlängerte Betriebsgenehmigung für Temelin. Der Antiatom-Winterschlaf der Bundesregierung setzt sich also fort - wie bei Euratom, wie bei Mochovce, wie bei den drohenden Subventionen der Atomenergie und so weiter. Eine österreichische Antiatompolitik existiert nicht mehr. Spätestens die Nationalratswahl wird einen Weckruf bringen", kritisiert Umwelt-Landesrat Rudi Anschober.
Land Oberösterreich kürt die tollsten Projekte 2012 - 155 Einreichungen in 5 Kategorien - Preisverleihung durch LR Anschober beim Umweltkongress
(LK) Im Rahmen des Oberösterreichischen Umweltkongresses 2012 im Linzer Schlossmuseum verlieh Umwelt-Landesrat Rudi Anschober am Abend des Weltumwelttages den Landespreis für Umwelt und Nachhaltigkeit bei einer großen Gala im Linzer Schlossmuseum. Es gab 155 Einreichungen - das ist neuer Teilnahmerekord. Der Preis war in 5 Kategorien ausgeschrieben: Betriebe, Einzelpersonen, Gemeinden, Schulen und Bildungseinrichtungen, sowie Vereine und Gruppen. Insgesamt erhalten die Sieger 30.000 Euro an Preisgeld.
Anschober: "Die Preisträger/innen sind Leuchttürme - sie setzen grüne Standards, zeigen, wohin wir uns entwickeln wollen und werden. Der Preis ist ein kleines Dankeschön und Vor-den-Vorhang-holen - damit es viele lernen und es ebenso nachmachen wie die Leuchttürme."
Der Oö. Landespreis wird seit 1982 vergeben, heuer erstmals in geänderter Form als Preis für Umwelt und Nachhaltigkeit. Er ist eine offizielle Auszeichnung Oberösterreichs für Menschen und Einrichtungen, die sich um eine zukunftsfähige Entwicklung im Bereich Umwelt und Nachhaltigkeit unseres Landes verdient gemacht haben. Bereits 1.031 Preisträger/innen umfasst der Kreis jener Einzelpersonen, Gemeinden, Betriebe, Schulen und Vereine, die bisher für vorbildhafte Projekte und Aktivitäten ausgezeichnet wurden.
Die Preisträger/innen des Oö. Landespreis für Umwelt und Nachhaltigkeit 2012:
Kategorie Betriebe
Naporo heißt jenes Produkt aus Braunau, das aus Rohrkolben-Schilf hergestellt wird und als nachwachsender Rohstoff eine kostengünstige Alternative zu jenen bedenklichen Dämmstoffen darstellt, die gegenwärtig in den Fassaden verbaut werden und später schwer zu entsorgen sind. Naporo sorgt als ökologischer Dämmstoff zu Hause für ein gutes Klima und legt dabei auch Wert auf den globalen Klimaschutz.
Es gibt sie, die intelligente Leuchte, die mit LED ausgestattet ist und nicht nur entsprechend der Verkehrssituation für Sicherheit im Straßenverkehr sorgt, sondern dabei auch erheblich an Strom spart. Möglich gemacht wurde diese Innovation von der lixtec GmbH in Regau, die dafür einen der Landespreise erhält.
Nachhaltigkeit auf der ganzen Linie steht bei der Leondinger Haberkorn GmbH auf dem Programm. Also nicht nur bloß reden, sondern auch handeln. Dazu bekennt sich die Leondinger Haberkorn GmbH mit einer Fülle an Aktivitäten, die in Summe einen ökologischen Mix ergeben, der sich sehen lassen kann.
Der Umweltschutzgedanke war nicht immer Hipp. Bei Hipp aber war das von Anfang an anders. Denn das Unternehmen hat sich seit über 50 Jahren dem Bio-Anbau verpflichtet. Am Standort Gmunden hat der "Bionier" ein umfassendes Nachhaltigkeitskonzept mit klaren Zielen ins Leben gerufen.
Schachinger Logistik setzt auf eine "Green Scorecard", die einen bewussten Umgang mit Ressourcen zum Ziel hat. Wer vernünftig fährt, ist vielleicht nicht immer auf der Überholspur, aber auf lange Sicht gesehen auf jeden Fall auf der Gewinnerstraße.
Unsere Versorgung geht uns nahe. Wir wollen wissen, woher etwas herkommt. Der Bergladen des Vereins Pro Vorderstoder schafft diese Nähe und entwickelt dort, wo der letzte Nahversorger 2010 seine Pforten geschlossen hat, wieder eine Einkaufsmöglichkeit für bäuerliche Produkte und die gesunde Jause.
Kategorie Einzelpersonen
Bilingual - global. Das sind die Schwerpunkte des Fachs, das Frau Brigitte Elsener an ihrer Schule, der HS Aschach an der Donau unterrichtet. Sprachunterricht zu Themen der Nachhaltigkeit. Ihre Schüler sind immer bestens unterrichtet, über das, was man auch mit verändern kann.
MMag. Gregor Sieböck ist als "Weltenwanderer" ein Botschafter eines für viele noch unbekannten Landes. Er ist ein Botschafter für Nachhaltigkeit und einen nachhaltigen Lebensstil, den er mittlerweile in mehr als 500 Vorträgen auch anderen als eine Sehens- und Tuenswürdigkeit vorgestellt hat.
Herwig Schinnerl und Christoph Wolfegger spannen einen breiten Bogen über das Flusstal der Aist, das sie filmisch durchwandert haben. Die Reise geht zurück zum Ursprung und erzählt dabei spannende Geschichten zu Themen mit globalem Hintergrund.
Dr. Barbara Ritterbusch Nauwerk nimmt für ihr Engagement und auch stellvertretend für Initiativen des Vereins "Mondseewächter" diese Auszeichnung entgegen. Sie steht für Bewusstseinsbildung und 25 Jahre ehrenamtliche Arbeit zum Schutz des Mondsees.
Kategorie Gemeinden
Eine Gemeinde initiiert Weltumweltwochen und sieht dabei weit über den eigenen Tellerrand hinweg. Mutig ist dieser Beitrag Gallneukirchens für den aktiven Klimaschutz, der alle Bürgerinnen und Bürger nicht nur einfach etwas angeht, sondern durchaus mit Spaß, Freude und Lebensqualität in Verbindung gebracht werden kann.
Ein Weltkulturerbe setzt nicht bloß auf Vergangenes, sondern schützt diese Werte mit den Technologien der Zukunft. Der Reinhaltungsverband Hallstättersee entwickelte ein bis dato einzigartiges Konzept zur Reinhaltung der Gewässer bei gleichzeitiger Schonung anderer Ressourcen.
Unter dem Motto "regional - saisonal - bio - fairtrade" setzten sich besonders zwei Gemeinden der Region HansBergLand mit den globalen Dimensionen nachhaltiger Entwicklung auseinander und erleben dabei eine Akzeptanz in der Region, die schon weit mehr als preisverdächtig, nämlich preiswürdig ist. Eine Region geht mit gutem Beispiel voran.
Die Gemeinde St. Georgen bei Obernberg ist seit 2006 Energiespargemeinde und hat im Zuge der Umsetzung dieses Projektes eine Vielzahl unterschiedlicher Projekte im Bereich erneuerbarer Energieträger umgesetzt und damit einen wichtigen Beitrag für den Umweltschutz und die Nachhaltigkeit in der Gemeinde geleistet. Ein Sieger in der Kombination - und das bei nur 600 Einwohner/innen.
Kategorie Schulen und Erwachsenbildungseinrichtungen
Kinder mit besonderen Bedürfnissen entdecken die Kraft der Sonne und bauen ihr ein Photovoltaik Karussell. Energie steckt in jedem Menschen - auch die lässt sich entdecken. Nicht immer nutzbar machen, einfach drehen lassen, Freude an etwas haben. Das konnte das Pädagogische Zentrum in Perg zeigen und wird dafür mit einem Preis gewürdigt.
Bei den Jüngeren ist der ökologische Fußabdruck vielleicht noch kleiner, aber schon bald lebt man in puncto Nachhaltigkeit auf großem Fuß und auf Kriegsfuß mit unserem Planeten. Mit dieser Problematik haben sich die Schüler des Adalbert Stifter Gymnasiums, ORG der Diözese Linz auseinandergesetzt. Sie ziehen an einem Strang, bearbeiten viele Themen und wollen nun ein "ÖKO-Scout-Netzwerk" gründen.
Als Mitglied des Verbandes "Mühlviertler Alm" hat die HS Unterweißenbach ein wunderbares, vernetztes und fächerübergreifendes Projekt durchgeführt. Als Höhepunkt der Auseinandersetzung mit den regionalen Gegebenheiten haben sie sich ein Menü überlegt, für das fast ausschließlich bei den ortsansässigen Bäuerinnen und Bauern eingekauft wurde. Ein Projekt mit einem deutlich sichtbaren roten Faden, der künftig hoffentlich nicht abreißen wird.
Das Institut für Umweltrecht an der Johannes Kepler Universität setzt mit seiner Tätigkeit in Österreich nicht nur neue Standards, sondern erzielt für dieses Thema auch die nötige Aufmerksamkeit. Wissenschaft flüchtet nicht vor den Treibhausgasen in den Elfenbeinturm, sondern geht in die Offensive und schafft Breitenwirkung.
In einer Kooperation von Formatwerk und dem BG BRG Brucknergymnasium in Wels sowie weiteren Partnern steht Holz als nachhaltiger und erneuerbarer Rohstoff im Zentrum und wird lehrreich in Folien für künftige Unterrichtszwecke beschrieben.
Schüler/innen der 4. Klasse Hauptschule Munderfing waren als "Energy Tutors" für Volksschüler/innen der 4. Volksschulklasse sowie für Schulanfänger/innen und Kindergartenkinder im Einsatz. Vorher haben sie sich selbst sehr viel Wissen angeeignet.
"Klimaschutz wir sind dabei", lautete das Motto in derVolksschule Gutau, wo an Projekttagen intensiv mit Hilfe von Expert/innen verschiedenste Themen rund um Ökologie und Nachhaltigkeit aufbereitet wurden. Der Höhepunkt dieser Reihe war aber sicher die Musical-Aufführung, die auch die Eltern und andere Erwachsene auf diese Schwerpunkte aufmerksam gemacht hat.
Seit vielen Jahren wird am Gymnasium Dachsberg, einer Klimabündnisschule, in den Bereichen Energieeinsparung, Energieeffizienz und Energiegewinnung versucht, Akzente zu setzen. Diese Aktivitäten sind mittlerweile Teil des Schulalltages, wodurch die Schüler/innen stets erfahren können, wie ein nachhaltiger Lebensstil aussieht und das Leben künftiger Generationen prägen kann. Viele Einzelmaßnahmen verschmelzen hier zu einem sinnvollen Ganzen.
Kategorie Vereine und Gruppen
Das "Bock Ma’s Festival" gilt als ein Vorreiter für viele andere Organisator/innen einer nachhaltigen Veranstaltung, eines Green Events. Das hohe soziale und politische Engagement - gemeinsam mit umweltbewusstem Handeln - zeichnet den Verein Sozialforum Freiwerk rund um Stefan Kasberger aus.
Langsames Essen, damit sind nicht Weinbergschnecken gemeint, denn Slow Food ist eine Bewegung, die 1989 in Italien gegründet wurde und sich für das Recht auf Genuss und Bio-Diversität sowie für die Förderung regionaler Geschmacksvielfalt einsetzt. Auch die Gruppe Slow Food Linz hat sich diesem Widerstand gegen den globalen Einheitsbrei angeschlossen.
Die Bürgerinitiative Traun hat mit ihren Bemühungen zur Erhaltung des Fließgewässercharakters der Traun ein wichtiges Pilotprojekt zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie hervorgerufen. Dieses ist bislang in seiner Größe einzigartig in Oberösterreich und erzielte hohe Aufmerksamkeit in den Medien. Umweltschutz und Naherholung gehen hier Hand in Hand.
Eine Anerkennung hat sich auch die Gruppe Fahrradübersiedlung verdient, die eine 10 km weite Übersiedlung eines 3-köpfigen Familienhaushaltes im Linzer Stadtgebiet ausschließlich auf Lastenrädern und Fahrradanhängern durchgeführt hat. 18 Radfahrerinnen und Radfahrern ist es mit nur zwei Fahrten gelungen, den Großteil der Gegenstände zu übersiedeln.
(LK) Am 5. Juni ging in der Bezirkshauptmannschaft Rohrbach die nächste Veranstaltung der Road Show "Sicher & Fit Unterwegs" mit Verkehrs-Landesrat Ing. Reinhold Entholzer über die Bühne. Diese Veranstaltungsreihe zielt auf eine Verbesserung der Sicherheit von Fußgänger/innen und Radfahrer/innen ab, da diese beiden Gruppen als die schwächsten Verkehrsteilnehmer/innen das größte Unfallrisiko haben.
Den Besucher/innen wurden in Fachvorträgen durch die Exekutive praktische Tipps für mehr Sicherheit im Straßenverkehr gegeben. Vor allem das Thema "Sichtbarkeit" wurde angesprochen. In zwei Filmen wurde gezeigt, was passiert wenn man bei Dämmerung ohne reflektierendes Material unterwegs ist und welche fatalen Folgen solche Situationen nach sich ziehen können.
Ein Vertreter des Roten Kreuz gab wertvolle Tipps zu Erster Hilfe und den Regeln, die im Notfall zu befolgen sind. Abschließend konnten sich die Teilnehmer/innen bei verschiedenen Ständen des Landes OÖ, des ÖAMTC, der OÖ Versicherung und des Roten Kreuzes informieren.
Zu guter Letzt konnten alle Besucher/innen, die mit dem Fahrrad gekommen waren, dieses vom ÖAMTC begutachten lassen und kleine Reparaturen wurden sogar direkt vor Ort erledigt. Auch die Chance eines von zwei Elektrofahrrädern zu gewinnen, ließen sich die Gäste nicht entgehen. Einen glücklichen Gewinner gab es noch am selben Abend - Herrn Bürgermeister Johann Reiter aus Arnreit wurde von Landesrat Entholzer ein Fahrradhelm überreicht!
Letzter Termin der Road Show vor der Sommerpause:

(LK) Während im Alpenvorland und Donauraum die Belastung durch Gräserpollen und Roggen nur mehr gering ist, treten im höheren Mühlviertel und in Berglagen noch mäßig bis stärkere Belastungen auf. Dazu kommen noch allgemein Ampfer und Wegerich als bedeutende Allergene. In den Bergen blüht die Grünerle, in Siedlungsgebieten Hollunder und Linde, die aber von geringer allergologischer Relevanz sind.
Tonbanddienste:
AKH Linz: (+43 732) 78 06-69 19
LKH Freistadt: (+43 50 554) 76-284 00
LKH Vöcklabruck: (+43 50 554) 71-499 00
Information zur Pressekonferenz mit
Landesrat Rudi Anschober und Luc Bas Direktor The Climate Group Europe, Leiter des Regionen-Netzwerkes
am 6. Juni 2012 zum Thema
