Die ländliche Entwicklung ist die Summe aller Maßnahmen für die Erhaltung und Weiterentwicklung des ländlichen Raumes als funktionsfähiger Lebensraum.
Der ländliche Raum ist bekanntlich äußerst vielgestaltig in seinen Erscheinungsformen, in seinen sozioökonomischen Strukturen, seinen landwirtschaftlichen Ausprägungen und damit natürlichen Lebensgrundlagen und davon abgeleitet seinen jeweiligen kommunal-, regional- und gesellschaftspolitischen Problemen aber auch Zukunftschancen.
Von den 444 oberösterreichischen Gemeinden fallen nach der Definition des Oö. Landesraumordnungsprogrammes 1998 lediglich 14 nicht in den ländlichen Raum, alle anderen 430 Gemeinden sind dem ländlichen Raum zuzuordnen. Diese 430 Gemeinden des ländlichen Raumes umfassen 96,9 Prozent der Fläche Oberösterreichs und 71 Prozent aller Einwohner Oberösterreichs.
In der ländlichen Entwicklung geht es daher vor allem darum, aufbauend auf den vorhandenen Ressourcen mittels Bündelung und Vernetzung aller sektoralen Wirtschaftsaktivitäten, die Chancen zu erkennen und zukunftsorientierte Lösungen zu erarbeiten.
Neben den Fragen zur Infrastruktur, Wirtschaft, Tourismus, Verkehr, Sicherheit, Bildung, Kultur, Sozialeinrichtungen, Telekommunikationen, Natur- und Umweltschutz kommen ganz besonders dem "Schlüsselsektor" Land- und Forstwirtschaft zentrale Bedeutung zu.
Die Gestaltung und Umsetzung der gemeinsamen Agrarpolitik der Europäischen Union in allen 27 Mitgliedsstaaten stellt damit auch einen besonders bedeutenden Rahmen für die ländliche Entwicklung insgesamt dar. Die Agrarstrukturpolitik für die ländliche Entwicklung wurde in der gemeinsamen Agrarpolitik in den letzten Jahren zunehmend zur zweiten tragenden Säule neben der Agrarmarktpolitik ausgebaut.
Die EU-Kofinanzierung erfolgt ab 2007 aus dem "Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes" (ELER).
Maßnahmenbündel zur Entwicklung des ländlichen Raumes
Schwerpunkt 1: Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der Land- und Forstwirtschaft
- Modernisierung landwirtschaftlicher Betriebe -
einzelbetriebliche Investitionsförderung - Niederlassungsprämie für JunglandwirtInnen
- Forstwirtschaft
- Berufsbildung
- Erhöhung der Wertschöpfung landwirtschaftlicher Erzeugnisse
Schwerpunkt 2: Verbesserung der Umwelt und der Landschaft
- Agrarumweltmaßnahmen - Österreichisches Umweltprogramm ÖPUL
- Ausgleichszulage für Benachteiligte Gebiete
Schwerpunkt 3: Lebensqualität im ländlichen Raum und Diversifizierung der ländlichen Wirtschaft
- Diversifizierung der ländlichen Wirtschaft
- Verarbeitung und Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte
- Dienstleistungen im ländlichen Raum
- Tourismus und Freizeitwirtschaft
- Gründung von Kleinstunternehmen
- Verbesserung der Lebensqualität im ländlichen Raum
- Bioenergie und Energiealternativen
- Verkehrserschließung ländlicher Gebiete
- Dorferneuerung
- Naturschutz
- Lokale Agenda 21
Schwerpunkt 4: Leader 2007 - 2013
- Leader ist eine von EU, Bund und Ländern kofinanzierte Fördermaßnahme für den ländlichen Raum im Zeitraum 2007 bis 2013 und verfolgt sektorübergreifenden Ansatz. Das heißt, dass Projekte aus den Bereichen Landwirtschaft, Forst, Tourismus, Gewerbe, Kultur, Dorfentwicklung, Naturschutz, Bildung usw. gefördert werden können.
- Nach einer ersten Auswahlrunde im November 2007 wurden in Oberösterreich 24 Leaderregionen ausgewählt, die nach der Leader-Methode eine innovative, sektorübergreifende Entwicklung in ihrer Region vorantreiben.
Leader-TOP: Best-Practice-Projekte aus den Leader-Regionen
Förderprojekte aus den 24 Leaderregionen Oberösterreichs von 2007-2013Genussland Oberösterreich
Die Initiative Genussland Oberösterreich ist mit dem Ziel initiiert worden, dass das Ernährungsbewusstsein der Konsumenten gesteigert und dabei auf die heimischen regionalen und saisonalen Produkte zurückgegriffen wird.Energie aus Biomasse
Mehr als ein Drittel aller in Österreich installierten Biomasseanlagen befindet sich in Oberösterreich. Informationen über Förderungen von Biogasanlagen, Einzel- und Gemeinschaftsprojekten.Preisträger landwirtschaftlicher Bauwettbewerb
Alle zwei Jahre können Landwirte, die ihren Hof renoviert oder erweitert haben, am Wettbewerb teilnehmen. Wir präsentieren Ihnen die ausgezeichneten Höfe.
Wenn Sie Fragen dazu haben, wenden Sie sich bitte an:
Amt der Oö. Landesregierung
Direktion für Landesplanung, wirtschaftliche und ländliche Entwicklung
Abteilung Land- und Forstwirtschaft