Landeskorrespondenz Nr. 73 vom 27. März 2006

Landeskorrespondenz:
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Landeshauptmann Pühringer / LR Anschober: Temelingipfel bei Bundesminister Pröll in Wien am 3. April
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Nigerianischer Botschafter beim Landeshauptmann
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US-Weltkriegsveteranen im Landhaus zu Gast
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Landeshauptmann Pühringer: StifterHaus hat Besucher/innenzahlen binnen fünf Jahren mehr als verdoppelt
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Gesunde Oö. Landesbedienstete
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Lawinenlagebericht des Amtes der Oö. Landesregierung vom 27. bis 29. März 2006
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Termine der Beratungsstellen
Pressekonferenz:
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Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer, Landesrat Viktor Sigl und LAbg. Maria Wageneder zum Thema "Eltern gefragt Ergebnis der oberösterreichweiten Elternbefragung zur Kinderbetreuung"
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Landesrat Rudi Anschober zum Thema "Jahrzehnt des Hochwasserschutzes: Oö. Hochwasserschutzprogramm fertiggestellt, Finanzierung gesichert, Unterstützung durch neue EU-Hochwasser-Richtlinie"
Landeshauptmann Pühringer / LR Anschober: Temelingipfel bei Bundesminister Pröll in Wien am 3. April
(LK) Am kommenden Montag, 3. April 2006, wird ab 14 Uhr ein Temelingipfel der Vertreterinnen und Vertreter aus Oberösterreich mit Bundesminister Dipl.-Ing. Josef Pröll stattfinden, geben heute Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer und Landesrat Rudi Anschober bekannt.
An diesem Informationsgespräch werden die Vertreterinnen und Vertreter aller Landtagsparteien sowie der oberösterreichischen NGOs teilnehmen.
"Bundesminister Pröll wird den vom Umweltbundesamt koordinierten Abschlussbericht der österreichischen Expertinnen und Experten zu Temelin präsentieren. Er hat zugesagt, mit uns die darin enthaltenen Aussagen zu Fortschritten und zu offenen Fragen zu diskutieren", so Pühringer.
"Es ist wichtig, dass dieser Dialog fortgesetzt wird, denn für uns in Oberösterreich sind sehr wesentliche Fragen im sogenannten Abschlussbericht noch offen und entscheidende Sicherheitsfragen nicht gelöst. Aus unserer Sicht sollte aber auch der derzeitige EU-Ratsvorsitz Österreichs von der Bundesregierung dazu genützt werden, das Thema nukleare Sicherheit auf die Agenda des Vorsitzes zu bringen", betont Pühringer.
"Schluss mit den Ausreden - Oberösterreich darf nicht in Stich gelassen werden. Wir erwarten endlich eine konsequente Politik der Bundesregierung und ein konsequentes Einfordern der versprochenen Sicherheitsnachrüstungen in Temelin. Der Bundesgipfel ist dafür nach jahrelangen Ausreden eine letzte Chance", so Landesrat Anschober.
Am Freitag, 31. März, wird in Linz zur Vorbereitung auf den Gipfel in Wien und zur Festlegung der Landesposition ein Temelingipfel auf Landesebene stattfinden.
Mag.ª Karin Speidl (+43 732) 77 20-114 07
(LK) Der Botschafter der Republik Nigeria Biodun Owoseni stattete kürzlich Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer einen Besuch im Landhaus ab. Im Mittelpunkt des Arbeitsgespräches standen Wirtschaftsfragen und Fragen der Entwicklungszusammenarbeit. Nigeria wird in den nächsten Jahren verstärkt in den Ausbau seiner Infrastruktur, schwerpunktmäßig in die Energieversorgung, investieren. Durch zusätzliche, unerwartete Mehreinnahmen der Republik Nigeria (erhöhter Ölpreis, Schuldenerlass, rückgeführte Gelder aus dem Ausland und steigende Einnahmen aus Gasexporten) ergeben sich damit zusätzliche Lieferchancen für oberösterreichische Firmen. Chancen für die Ausweitung der oberösterreichischen Exporte bestehen auch bei Maschinen, für die Lebensmittelindustrie und die Erzeugung von Kunststoffprodukten sowie bei Industriezulieferung.
Im Rahmen der Entwicklungshilfe des Landes Oberösterreich werden Projekte mit Gesamtkosten von 338.000 Euro vom Land Oberösterreich gefördert.
Andreas Hörtenhuber (+43 732) 77 20-116 17
LH Pühringer mit Botschafter Owoseni dessen Gattin und Mitarbeiter der Nigerianischen Botschaft 612 KB
(LK) Veteranen der dritten US-Armee, die im Mai 1945 Oberösterreich befreit hat, waren heute bei Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer im Landhaus zu Gast. Die Mehrheit der Weltkriegsteilnehmer gehörte jener 65. Infanteriedivision an, die nach Kriegsende im Landhaus Quartier bezogen hat.
LH Pühringer würdigte in seiner Grußadresse die von Anfang an richtige Einschätzung der Amerikaner, Österreich als befreites und nicht als besiegtes Land anzusehen. Darüber hinaus betonte Pühringer die große Dankbarkeit für die Hilfe der Vereinigten Staaten beim Wiederaufbau Oberösterreichs. Mit dem Marshallplan haben die Vereinigten Staaten mitgeholfen, die ärgste Not im Land zu beseitigen und die ersten Schritte zum Aufbau zu setzen. Bereits 1948 ist eine Milliarde Dollar im Rahmen dieses Programms nach Österreich geflossen. Nicht als Kredit, sondern als Geschenk.
Österreich war dabei ein besonderes Schwerpunktland und bekam nach Norwegen die zweithöchste Marshallplan-Hilfe pro Kopf.
"Die amerikanischen Kriegsveteranen kennen das Oberösterreich des Jahres 1945, sie kennen aber auch das Oberösterreich des Jahres 2006. Sie haben dabei sicher festgestellt, dass die damaligen Mittel gut angelegtes Geld waren. Wir sind heute ein starker Wirtschaftsraum mit stabiler Demokratie und Zusammenarbeit der politischen Kräfte", erklärte Pühringer.
Andreas Hörtenhuber (+43 732) 77 20-116 17
Landeshauptmann Pühringer: StifterHaus hat Besucher/innenzahlen binnen fünf Jahren mehr als verdoppelt
(LK) Erfreuliche Zahlen aus dem StifterHaus, dem Zentrum für Literatur und Sprache in Oberösterreich, gibt Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer bekannt. Binnen fünf Jahren, von 2000 bis 2005, hat sich die Zahl der Besucherinnen und Besucher mehr als verdoppelt. Konkret ist sie von 7.540 im Jahr 2000 auf 15.705 im vergangenen Jahr gestiegen. Vor allem mit den Initiativen rund um das Stifterjahr 2005 und der soeben zu Ende gegangenen Ausstellung über Enrica von Handel-Mazzetti konnte das Haus im Vorjahr beim Publikum punkten. Allein die Handel-Mazzetti-Ausstellung wurde von 1.700 Menschen besucht. "Diese Zahlen beweisen, dass das StifterHaus seiner Aufgabe, sowohl germanistische Forschungsstätte als auch Literaturhaus zu sein, hervorragend erfüllt. Mit einem abwechslungsreichen, innovativen Programm gelingt es dem Team um Direktorin Dr.in Petra-Maria Dallinger immer wieder, Akzente im kulturellen Leben des Landes zu setzen. Ein Weg, der auch von den Besucherinnen und Besuchern anerkannt wird, wie die Zahlen zeigen", betont Pühringer.
Das Besondere am StifterHaus: Es vereint unter seinem Dach sowohl das kulturelle Gedächtnis des Landes, das mit Vor- und Nachlässen großer Autorinnen und Autoren in den neuen Archivräumen aufbewahrt wird, als auch einen Ort des aktuellen Diskurses über Gegenwartsliteratur. "Vergangenheit und Zukunft unter einem Dach - das ist das Markenzeichen des StifterHauses. Mit seinen Einrichtungen, Publikationen und der qualifizierten Vermittlungsarbeit ist es ein wichtiger und unverzichtbarer Teil der oberösterreichischen Kulturlandschaft, dessen Angebot alle Generationen anspricht", erklärt Pühringer. Gerade im Vorjahr wurde mit der Neukonzeption des Oö. Literaturmuseums ein Weg gefunden, der besonders die Altersgruppe der zehn- bis 14-Jährigen anspricht. Für heuer ist im Zuge der oberösterreichischen Leseoffensive die Publikation einer "Rampe für Kinder" geplant, die sich an Leserinnen und Leser zwischen acht und zwölf Jahren wendet. Präsentiert wird diese Rampe im Rahmen von Kinderliteraturtagen im Herbst 2006.
Immer wieder werden im StifterHaus aber auch durch grenzüberschreitende Projekte Initiativen gesetzt, so zum Beispiel heuer durch einen Ukraine-Schwerpunkt im Bereich Sprachforschung. Darüber hinaus wurde die Reihe der Lesungen mit Autor/innen aus Tschechien und die Reihe "Literatur aus der Mitte Europas" mit einem Autor aus Polen fortgesetzt.
Dr. Elisabeth Mayr-Kern (+43 732) 77 20-154 91
LH.-Stv. Hiesl: "Durch neues Gesundheitsprogramm gehsund wollen wir Fitness der Landesmitarbeiter weiter steigern"
(LK) "Die Oö. Landesbediensteten sind sehr gesund und weisen deutlich weniger Krankenstandstage als Bedienstete in der Privatwirtschaft auf", freut sich Landeshauptmann-Stellvertreter Franz Hiesl. Die Mitarbeiter des Landes OÖ waren 2005 durchschnittlich nur 11,8 Tage im Krankenstand, der vergleichbare Wert in der Privatwirtschaft lag bei 12,8 Tagen, informiert Hiesl
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Rund 80 % der Landesmitarbeiter sind keine Beamten und daher im ASVG-System versichert. Nur rund 20 % der Landesmitarbeiter sind Beamte, die in der Krankenfürsorge für Oö. Landesbeamte versichert sind. Gerade die Beamten beim Land OÖ sind mit 9,21 Tagen Krankenstand pro Jahr vorbildlich - das sind um 3,6 Tage weniger als die Angestellten und Arbeiter der Privatwirtschaft.
Das neue Gesundheitsförderungsprogramm gehsund des Landes OÖ verzeichnet bereits eine ausgezeichnete Resonanz. Das Konzept gehsund soll in Zukunft noch besser auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter/innen des Landesdienstes zugeschnitten werden. Mit unserem Gesundheitsförderungsprogramm wollen wir jedem die Möglichkeit bieten, seine körperliche und geistige Fitness zu steigern, seine Arbeits- und Lebensqualität zu verbessern, neue Energiequellen zu entdecken und diese erfolgreich auszuschöpfen. Die neue "Fitness" soll uns für die Herausforderung der Zukunft wappnen und helfen, gesundheitliche Beeinträchtigungen zu verringern, so Hiesl.
Daten der Krankenstandsstatistik 2005:
Helmuth Rechberger (+43 732) 77 20-121 55
Heute Montag wird es im Bergland meist sonnig, der Wind aus West bis Süd ist mäßig bis stark und in 1.500 m Höhe hat es plus 12 Grad. Der Dienstag ist meist trüb mit zeitweise Regen. Die Schneefallgrenze sinkt von 2.000 m auf 1.400 m Höhe und es kühlt ab. In 1.500 m Höhe hat es am Abend Null Grad.
Schneedeckenaufbau:
Milde Temperatur und gestriger Regen haben bis rund 2.000 m Höhe zu einer Durchfeuchtung und zu einem Festigkeitsverlust der Schneedecke geführt. Die Schneedecke ist meist weich und teils bis zum Boden durchfeuchtet bzw. durchnässt. In den höheren Lagen verliert die Schneedecke durch die milden Temperaturen und Sonneneinstrahlung auch rasch an Festigkeit und wird angefeuchtet.
Gefahrenbeurteilung:
Die Lawinengefahr wird als erheblich eingestuft. Es sind auf allen Expositionen mittlere vereinzelt auch große Nassschnee -oder Feuchtschneelawinen, die in den tiefen bis mittleren Höhenlagen auch vom Grund abgehen können, zu erwarten. Vorallem sonnseitig ist auch in den höheren Lagen im Tagesverlauf mit Selbstauslösungen von Feuchtschneelawinen zu rechnen, vereinzelt sind schattseitig in verfüllten Mulden und Rinnen insbesondere bei großer Zusatzbelastung eine Auslösung von Schneebrettlawinen hier noch möglich.
Gefahreneinstufung nach der fünfteiligen europäischen Lawinengefahrenskala
- Gefahrenstufe: 3
- Tendenz der Gefahr: gleichbleibend
Europäische Lawinengefahrenskala:
1 gering
2 mäßig
3 erheblich
4 groß
5 sehr groß
Auf der Landeshomepage finden Sie den Amtlichen Lawinenwarndienst unter der Internetadresse: http://www.land-oberoesterreich.gv.at/lawinenwarndienst
Dipl.-Ing. Florian Stifter (+43 732) 77 20-124 92
Jugendberatung und Jugendinformation
(LK) Beratung, Infos und Tipps für junge Leute zu verschiedenen Fragen und Anliegen. Vertraulich, kostenlos und persönlich.
- Jugendservice des Landes Oberösterreich, Linz, Bahnhofplatz 1, 4021 Linz, Tel. (+43 732) 17 99: Montag bis Freitag von 13:00 bis 18:00 Uhr.
E-Mail: jugendservice@ooe.gv.at,
http://www.jugendservice.at/ - Jugendservice Eferding, Stadtplatz 4, 4070 Eferding, Tel. (+43 7272) 758 23, Dienstag und Donnerstag von 14:00 bis 17:00 Uhr.
E-Mail: jugendservice-eferding@ooe.gv.at - Jugendservice Schärding, Tummelplatzstr. 9, 4780 Schärding, Tel. (+43 7712) 357 07, Montag und Mittwoch von 14:00 bis 17:00 Uhr.
E-Mail: jugendservice-schaerding@ooe.gv.at - Jugendservicestelle Ried im Innkreis, Roßmarkt 9, 4910 Ried/I., Tel. (+43 7752) 715 15, Dienstag und Donnerstag von 14:00 bis 17:00 Uhr.
E-Mail: Jugendservice-Ried@ooe.gv.at - Jugendservicestelle Freistadt, Hauptplatz 12, 4240 Freistadt, Tel. (+43 7942) 725 72, Montag und Mittwoch von 14:00 bis 17:00 Uhr.
E-Mail: jugendservice-freistadt@ooe.gv.at - Jugendservicestelle Gmunden, Kirchengasse 18, 4810 Gmunden, Tel. +43 7612/17 99, Montag und Mittwoch von 14:00 bis 17:00 Uhr.
E-Mail: jugendservice-gmunden@ooe.gv.at - Jugendservicestelle Grieskirchen, Roßmarkt 10, 4710 Grieskirchen, Tel. +43 7248/644 64, Montag und Mittwoch von 14:00 bis 17:00 Uhr.
E-Mail: jugendservice-grieskirchen@ooe.gv.at - Jugendservicestelle Perg, Johann-Paur Straße 1, 4320 Perg, Tel. (+43 7262) 581 86, Montag und Mittwoch von 14:00 bis 17:00 Uhr.
E-Mail: jugendservicestelle-perg@ooe.gv.at - Jugendservicestelle Rohrbach, Pfarrplatz 1, 4150 Rohrbach, Tel. (+43 7289) 17 99, Dienstag und Donnerstag von 14:00 bis 17:00 Uhr.
E-Mail: jugendservice-rohrbach@ooe.gv.at - Jugendservicestelle Steyr, Pfarrgasse 6, 4400 Steyr, Tel. (+43 7252) 17 99, Dienstag und Donnerstag von 14:00 bis 17:00 Uhr.
E-Mail: jugendservice-steyr@ooe.gv.at - Jugendservice Wels, Rablstraße 16, 4600 Wels, Tel. (+43 7242) 21 14-11, Dienstag und Donnerstag von 14:00 bis 17:00 Uhr.
E-Mail: jugendservice-wels@ooe.gv.at - Jugendservice Braunau, Salzburger Vorstadt 13, 5280 Braunau, Tel. (+43 7722) 222 33, Dienstag und Donnerstag von 14:00 bis 17:00 Uhr.
E-Mail: jugendservice-braunau@ooe.gv.at - Jugendservice Vöcklabruck, Parkstraße 2a, 4840 Vöcklabruck, Tel. (+43 7672) 757 00, Dienstag und Donnerstag von 14:00 bis 17:00 Uhr.
E-Mail: jugendservice-voecklabruck@ooe.gv.at
Termine außerhalb der Öffnungszeiten sind möglich. Auf Wunsch wird auch gerne zurückgerufen.
Sozialmedizinische Beratungsstellen bei Alkoholproblemen
(LK) Eine therapeutische Zusammenkunft der Selbsthilfegruppen für Alkoholkranke und deren Angehörige findet am Mittwoch, 29. März 2006, für den Bezirk Gmunden, Kößlmühlgasse 4, ab 18:00 Uhr, statt.
Erziehungs- und Familienberatungszentrum Ried im Innkreis,
Riedholzstraße 17, 4910 Ried im Innkreis
(LK) Familienberatungsstelle
- nur nach telefonischer Terminvereinbarung
- Telefon: (+43 7752) 912-361
- jeden Donnerstag von 17:30 bis 19:30 Uhr
Erziehungsberatungsstelle
- Parkgasse 1, 4910 Ried
- nur nach telefonischer Terminvereinbarung
- Telefon: (+43 7752) 912-361
Familientherapeutische Beratungsstelle
- nur nach telefonischer Terminvereinbarung
- Telefon: (+43 732) 66 64 12
Mutterberatung
- Dienstag von 09:00 bis 12:00 Uhr, Donnerstag von 14:00 bis 17:00 Uhr
Männerberatungsstelle
- nur nach telefonischer Terminvereinbarung
- (+43 732) 66 64 12

Information zur Pressekonferenz mit
Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer, Landesrat Viktor Sigl und LAbg. Maria Wageneder
am 27. März 2006 zum Thema
Dr. Ernst Fürst, Leiter der Abteilung Statistik des Landes OÖ, Mag. Dagmar Fetz-Lugmayr, Projektleiterin, Abteilung Statistik des Landes OÖ, Dr. Barbara Trixner, Leiterin Abteilung Kindergärten und Horte des Landes OÖ
Mag.ª Karin Speidl (+43 732) 77 20-114 07
Gerhard Rumetshofer (+43 732)77 20-151 02
LH Dr. Josef Pühringer, LR Viktor Sigl:
Ergebnisse der Elternbefragung für OÖ und alle mitwirkenden Gemeinden
Die Detailergebnisse der groß angelegten Elternbefragung 2005, welche in Zusammenarbeit der Abteilung Statistik und der Abteilung Bildung, Jugend und Sport im Auftrag von Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer und Landesrat Viktor Sigl durchgeführt wurde, liegen für das gesamte Bundesland bis auf Gemeindeebene vor.
150.000 Erziehungsberechtigte von Kindern im Alter von 0 bis 10 wurden zu ihrer persönlichen Situation zum Thema "Kinderbetreuung" befragt und mehr als jeder zweite Fragebogen (!) wurde zurückgesandt, in Summe als mehr als 81.000.
Unterstützt wurde die Befragung vom Landesschulrat, dem Städte- und Gemeindebund. Gelungen ist dieses einzigartige, zukunftsweisende Projekt vor allem durch die perfekte Zusammenarbeit der 445 oberösterreichischen Gemeinden und Städte und dem Land OÖ.
Ziel der Befragung war es, die aktuelle Situation, den Bedarf, die Wünsche der Eltern in Zusammenhang mit der Kinderbetreuung in OÖ zu erheben. Die Ergebnisse werden Grundlage für das geplante neue Kinderbetreuungsgesetz, für Überlegungen im Schulbereich und für zukünftige Förderungsaktivitäten des Landes, aber auch für die Bedarfsplanung der einzelnen Gemeinden bilden. Bereits im Dezember 2005 wurden erste Eckdaten veröffentlicht, nun liegen die Ergebnisse für das Bundesland Oberösterreich, die Bezirke, Städte und Gemeinden vor.
Kinderbetreuung fällt in die Kompetenz der Frauen
Der Fragebogen richtete sich an den Elternteil, der das Kind überwiegend betreut. Die Ergebnisse zeigen erwartungsgemäß die Tatsache, dass Kinderbetreuung nach wie vor in weiblicher Hand liegt. Der Frauenanteil der Befragten liegt bei 90 Prozent und variiert zwischen den Altersgruppen der Kinder nur minimal. Der Männeranteil liegt - unter Berücksichtigung der Nichtantworter - zwischen fünf (nicht schulpflichtige Kinder) und sieben Prozent (Volksschulkinder).
Berufstätigkeit - Unterschiede nach Geschlecht und Ausbildung
40 Prozent der Erziehungsberechtigten von noch nicht schulpflichtigen Kindern sind derzeit in Karenz bzw. Mutterschutz. Weitere 42 Prozent gehen einer Berufstätigkeit nach: 30 Prozent sind Teilzeit beschäftigt, 7 Prozent Vollzeit beschäftigt, fünf Prozent gaben kein Stundenmaß der Beschäftigung an. Bei den Erziehungsberechtigten von Kindern im Volksschulalter steigt der Anteil der Erwerbstätigkeit auf 68 Prozent.
Das Ausmaß der Berufstätigkeit variiert mit der höchsten abgeschlossenen Schulbildung: So gehen 13 Prozent der befragten Akademikerinnen und Akademiker mit Kinderbetreuungspflichten (noch nicht schulpflichtiges Kind) einer Vollzeiterwerbstätigkeit nach, während sich dieser Anteil bei Personen mit Pflichtschulabschluss halbiert.


Öffnungszeiten: Betreuungsangebot am Nachmittag bei weitem nicht voll ausgeschöpft
1.296 der 0-2 Jährigen (10 %) und 18.901 der 3-5 Jährigen (88 %) nutzen derzeit außerhäusliche Betreuungsformen. Wie der Vergleich der angebotenen Öffnungszeit mit der tatsächlich genutzten Betreuungszeit zeigt, wird das bestehende Angebot am Vormittag intensiv genutzt, allerdings am Nachmittag bei weitem nicht ausgeschöpft.

Die Wunschzeit wurde nur dann dargestellt, wenn sie über die individuell angebotene Öffnungszeit hinausgeht. Es zeigt sich, dass das angebotene Kontingent am Vormittag zwischen 9.00 - 11.00 Uhr voll und über den gesamten Vormittag gesehen sehr gut ausgeschöpft wird.
Besonders in den Früh- und Nachmittagsstunden fällt die Ausschöpfung der angebotenen Betreuungsstunden stark ab. Obwohl diese Zeiträume im Vergleich weniger genutzt werden, wird die Ausweitung der Öffnungszeiten am Morgen und späten Nachmittag von einem Teil der Befragten (0-2 Jahre) gewünscht (Wunschzeit).
Auch bei den Kindern im Kindergartenalter (3-5 Jahre) zeigt sich ein ähnliches Bild. Auch hier ist das Angebot zwischen 8.30 bis 11.30 Uhr voll ausgeschöpft. Ab 12.30 Uhr nimmt die tatsächliche Auslastung des Betreuungsangebotes allerdings stark ab. Das gleiche gilt für das Angebot vor 8.00 Uhr.

Der Bedarf an punktueller Veränderung der Öffnungszeit trotz großer ungenutzter Kapazitäten beweist, dass es vor Ort flexible Lösungen geben muss. Individuelle Betreuung, zum Beispiel durch Tagesmütter/-väter, muss das institutionelle Kinderbetreuungsangebot ergänzen.
Den größten Veränderungsbedarf bei den Öffnungszeiten haben die Eltern der 0-2-Jährigen. Hier wird von einem guten Viertel der Befragten die Öffnung während der Ferien gewünscht. Auch bei den Eltern der Kindergarten- und Volksschulkinder dominiert der Wunsch nach ganzjähriger Ausdehnung des Betreuungsangebotes während der Ferien. Saisonkindergärten oder -horte können diesen Bedarf decken.


Hohe Zufriedenheit mit der Qualität der Kinderbetreuung
Die Ergebnisse zeigen insgesamt eine sehr hohe Zufriedenheit mit der Qualität der Kinderbetreuungseinrichtungen. Die höchsten Werte erreichen z.B. bei den Kindergartenkindern der Aspekt der guten Erreichbarkeit der Betreuungseinrichtung, der kindgerechten Ausstattung und des ausreichenden Fachpersonals. Vergleichsweise etwas geringere Werte erreichen der organisierte Transport zur Einrichtung und die Integration von Kindern mit Behinderung.
Elternbeiträge
Der Elternbeitrag für Halbtagsbetreuung liegt für exakt ein Drittel der Befragten unter 60 € und für etwas mehr als die Hälfte (56 %) unter 70 €. Für Ganztagsbetreuung zahlen etwa 40 Prozent der Eltern unter 70 €, 65 Prozent unter 90 € und 71 Prozent unter 100 €. Vergünstigungen durch soziale Maßnahmen sind dabei bereits berücksichtigt.

Bedarf an Betreuungsplätzen
Für ganz Oberösterreich wird einen Sofortbedarf von rund 800 Betreuungsplätzen für 0-2 Jährige, rund 300 Plätzen für 3-5 Jährige und rund 7.000 Plätzen für Volksschulkinder geäußert. Wenn mit einem Elternbeitrag von mind. 70 Euro monatlich zu rechnen ist, halbiert sich die Anzahl der Personen, die sicher bzw. eher sicher einen Platz für ihr Kind in Anspruch nehmen möchten. Bei den Volksschulkindern reduziert sich der Bedarf auf ein Drittel. Man kann daher von einer hervorragenden Versorgung in Oberösterreich ausgehen.

Betreuung in der Gemeinde ist für die Wahl der Kinderbetreuung am wichtigsten

Bei der Wahl der Kinderbetreuungseinrichtung ist für Eltern die regionale Betreuung in der Gemeinde von entscheidender Bedeutung. Gleich an zweiter Stelle steht der Wunsch, mit den Betreuungseinrichtungen zusammenzuarbeiten. Die Miteinbeziehung der Eltern ist für die Hälfte der Erziehungsberechtigten von 0-2-jährigen Kindern sehr wichtig. Ein geringer Elternbeitrag ist nur für einen im Vergleich wesentlich kleineren Teil der Eltern für die Wahl der Kinderbetreuung ausschlaggebend.
Detailergebnisse werden den Gemeinden zur Verfügung gestellt
Die Konzeption der Elternbefragung ermöglicht die Darstellung der Ergebnisse auf Landes-, Bezirks- und Gemeindeebene. Den Gemeinden werden die regionalen Auswertungen zur eigenen Verwendung zur Verfügung gestellt. Um das eigene Ergebnis bewerten zu können, erhalten alle Gemeinden ihr Bezirksergebnis sowie das Oberösterreich-Ergebnis zum Vergleich.
Die Aussendung erfolgt in den nächsten Tagen. Zur Beantwortung eventueller Fragen zu den Ergebnissen wurde für die Gemeinden vom Land OÖ eine Service-Hotline eingerichtet:
Tel. (+43 732) 77 20-141 00.
Mitarbeiterinnen der Abteilung Bildung, Jugend und Sport stehen für die Beantwortung inhaltlicher Fragen bereit. Fragen zur Erhebung und Auswertung beantworten Mitarbeiterinnen der Abteilung Statistik.
Aufbauend auf den Ergebnissen liegt bereits ein Konzept zur Ergänzung der vorliegenden Elternbefragung mit einer Stichprobenerhebung bei den Hauptschulen bzw. AHS (10-14 Jährigen) vor. Damit kann das Bild der Kinderbetreuungssituation in Oberösterreich für alle Kinder von null bis 14 Jahren umfassend dargestellt werden.
LAbg. Maria Wageneder:
Eltern brauchen Unterstützung
Für Familien und für Frauen sind unterstützende Rahmenbedingungen enorm wichtig. Der Befragung richtete sich an den Elternteil, der das Kind vorwiegend betreut und zeigte: Erziehung ist nach wie vor in weiblicher Hand. 90 % der Fragebögen wurden von Frauen ausgefüllt.
Die zentralen Fragen sind:
- Wird es gelingen, die Väter mehr an der unbezahlten Familienarbeit zu beteiligen?
- Schaffen wir eine förderliche Einstellung für Väterbeteiligung an der Erziehung und Karenzmodelle, die dies forcieren?
- Gelingt es den Eltern, Beruf und Familienleben unter einen Hut zu bringen?
Es zeigte sich bei der Elternbefragung, dass der Anteil an vollerwerbstätigen Frauen mit Kindern unter sechs Jahren doppelt so hoch ist, wie jener Mütter mit nur Pflichtschulabschluss.
Die Hauptwünsche nach Verbesserungen
Ferienöffnungszeiten: Von 702 Kindergärten haben 224, das heißt nicht einmal jeder dritte, mindestens 45 Wochen jährlich geöffnet. Zwei Drittel der Kindergärten haben nur bis zu 44 Wochen offen. Die Ergebnisse der Elternbefragung zeigen, dass auf die Öffnungszeiten insbesondere in den Ferien-/Sommermonaten ein Augenmerk zu legen ist. Es wird nicht notwendig sein, jede Gruppe offen zu halten, aber es muss ein bedarfsgerechtes flächendeckendes Angebot auch während der gesamten Ferienzeiten geben. Dasselbe gilt auch für Schüler/innenhorte, wobei besonders auch während der so genannten "Schulfreien Tage" Betreuung vorhanden sein muss. Mehr als die Hälfte aller Horte haben derzeit mehr als 44 Wochen im Jahr geöffnet.
Eine weitere wichtige Maßnahme ist der bedarfsgerechte Ausbau, vorrangig in den strukturschwachen Gemeinden: Ausreichende Betreuungsplätze für Kinder ab zwei und auch für Schulkinder sowie bedarfsgerechte Öffnungszeiten. Ein hoher Zugang zu Kinderbetreuungseinrichtungen erhöht die Bildungschancen der Kinder und trägt vor allem bei den vielen Einzelkindern zu einer positiven Sozialentwicklung bei. Bereits Kinder ab zwei Jahren können bestens auf spielerische Weise gefördert werden. Die Bedeutung des Kindergartens lässt sich auch daran ablesen, dass bei weitem nicht alle Mütter, die ihr Kind im Kindergarten haben, berufstätig sind.
Auch die Einbeziehung der Eltern ist für die Hälfte der Erziehungsberechtigten von 0 bis 2 Jahre alten Kindern sehr wichtig, aber auch für alle anderen Mütter von zweitwichtigster Bedeutung.
Diesem Wunsch der Eltern wird durch das neue Kinderbetreuungsgesetz nachgekommen. Eltern erhalten das Mitspracherecht bei den Öffnungszeiten, bei den Ferienbetreuungszeiten und in weiteren organisatorischen Angelegenheiten, wie etwa einem gesunden Mittagessen. Dazu ist die Wahl von Elternvertreter/innen oder die Gründung eines Elternvereines zulässig.
Wir nehmen die Wünsche der Eltern ernst
Diese verstärkte Zusammenarbeit zwischen Eltern, Kindergartenerhalter/innen und Kindergärtner/innen wird die Bedürfnisse der Eltern noch verdeutlichen und die Betreuungsqualität für die Kinder weiter stärken. Die Befragung hat gezeigt, dass wir bei der Umsetzung der Kinderbetreuung auf dem richtigen Weg sind. Aber es besteht noch zusätzlicher Handlungsbedarf. Wir nehmen die Wünsche der Eltern ernst. Die Gemeinden sollen gemeinsam mit dem Land OÖ mit der Realisierung der zusätzlichen Wünsche beginnen - am besten sofort!

Information zur Pressekonferenz mit
Landesrat Rudi Anschober
am 27. März 2006 zum Thema
"Jahrzehnt des Hochwasserschutzes: Oö. Hochwasserschutzprogramm fertiggestellt, Finanzierung gesichert, Unterstützung durch neue EU-Hochwasser-Richtlinie"
Mag.ª Sandra Haidinger (+43 732) 77 20-120 83
Vorspann - Aktuelle Hochwassersituation Oö
Die Niederschläge der vergangenen Tage verbunden mit Schneeschmelze haben zu einem Ansteigen der Wasserführung der Donau und der größeren Zubringer geführt. Die Höchststände wurden in der vergangenen Nacht bzw. in den frühen Morgenstunden erreicht. Derzeit weisen die Donau und die größeren Zubringer fallende bzw. leicht fallende Tendenz (Enns) auf. An den größeren Flüssen wurden die Hochwasserwarngrenzen nicht überschritten.
Hochwässer wurden an den Gewässern im Alpenvorland beobachtet. Besonders stark stieg die Wasserführung der Pram an. Im Mündungsbereich der Pram wird das Hochwasser als 20-jährliches Ereignis eingeschätzt. Das im Einzugsgebiet der Aschach installierte Vorwarnsystem hat gut funktioniert.
Von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik wurde für heute niederschlagsfreies Tauwetter vorhergesagt. Morgen, Dienstag sind Regen bzw. Regenschauer zu erwarten. Die Schneefallgrenze wird wieder auf 1.100 m bis 1.800 m sinken. Auf Grund der Wettervorhersage ist an der Donau und den größeren Zubringern weiterhin mit einer erhöhten Wasserführung zu rechnen.
Jahrzehnt des Hochwasserschutzes
In den nächsten zehn Jahren wird das größte umweltverträgliche Hochwasserschutzprogramm der Landesgeschichte umgesetzt. Alle Voraussetzungen dafür konnten in den vergangenen Monaten politisch durchgesetzt werden.
"Bauprogramm" bis 2016 gesichert
LR Anschober rechnet durch den positiven Abschluss der Verhandlungen mit dem Bund mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 500 Mio. Euro, das für den vorsorgenden Hochwasserschutz an unseren Gewässern in den nächsten zehn Jahren in Summe investiert wird - von flächenwirtschaftlichen Maßnahmen in Wildbacheinzugsgebieten bis zur Dammerrichtung an der Donau im Machland.
Ganz besonders sollen dabei naturnahe Maßnahmen forciert werden, die den Gewässern wieder mehr Raum geben und die Abflussgeschwindigkeiten reduzieren. Sehr oft ist es möglich, die Maßnahmen zum Hochwasserschutz von Siedlungen so zu gestalten, dass dabei auch der Lebensraum des Gewässers wieder verbessert wird. Während in früheren Zeiten mit allen Mitteln versucht wurde das Wasser auf engstem Raum und in der kürzesten Zeit nach unten zu leiten (weg von den Siedlungen aber auch landwirtschaftlichen Flächen), ist es nunmehr das oberste Gebot, den Abfluss wieder zu entschleunigen und mehr Platz zur Verfügung zu stellen. Durch die Verschärfung der Hochwassersituation reichen vielerorts die bestehenden Regulierungsprofile nicht mehr aus, um die Wassermassen ab zu transportieren. Hier kann mit relativ einfachen Mitteln ein doppelter Nutzen erreicht werden: durch Aufweitungen und Strukturierungen werden der Hochwasserschutz und die Ökologie verbessert. Anschober: "Es ist ein großer Erfolg, dass wir in allen Bereichen die notwendige Bundesfinanzierung und die Kofinanzierung aus dem Landesbudget sichergestellt haben. Erstmals wird in Oberösterreich umfassend in die Hochwasservorsorge investiert werden können.
Ein Durchbruch für die Sicherheit, für die Gewässerökologie, aber auch für Tausende neue Arbeitsplätze in den Regionen." Bisher 385 Projekte, die aber laufend ergänzt und erweitert werden, werden damit in den nächsten Jahren umgesetzt. 150 Projekte davon sind bereits fertiggestellt oder in Bau, bei 72 weiteren Projekten ist der Start im Jahr 2006 vorgesehen.
Umfassende Gesamtstrategie - moderner Hochwasserschutz ist naturnah und setzt auf die Gewässerökologie
Dieses Bauprogramm mit den derzeit bekannten 385 konkreten Schutzprojekten ist aber nur ein Teil des gesamten "Hochwasserpaketes", das der Wasser-Landesrat in den kommenden Jahren vorantreiben wird. Auch diese wichtigen Eckpfeiler des größten Hochwasserschutzprogramms der Landesgeschichte konnten bereits politisch durchgesetzt werden. Dazu gehören:
- Oö. Klimaschutzoffensive
- Verbesserte Frühwarnsysteme
(Donau 48 Stunden; Metereologisch-hydrologische- Studie Steyr, Warnpegel an kleineren Fließgewässern)
- Gefahrenzonenpläne
- Gesetzliche Rahmenbedingungen gegen Bautätigkeiten in Risikobereichen
- Bodenschutzprogramm
Mehr Platz für die Gewässer - ökologische Verbesserungen dienen auch dem Wasserhaushalt
Der Slogan "mehr Platz für unsere Flüsse" wird in Oberösterreich ernst genommen.
Alleine 2005 wurden über 1,5 Mio Euro nur für die Sicherstellung von Uferstreifen investiert. Dies funktioniert am besten dort, wo wasserwirtschaftliche Gesamtkonzepte bzw. Gewässerbetreuungskonzepte vorliegen, die von Wasserverbänden im gesamten Einzugsgebiet durchgeführt werden. In Oberösterreich liegt hier der Schwerpunkt im Innviertel mit den großen Wasserverbänden an der Mattig, der Ache, der Antiesen und dem Aschach-Innbach System. In vielen anderen Bereichen wird spätestens seit dem Hochwasser 2002 an derartigen Konzepten gearbeitet. Dieses Erhalten und Schaffen von naturnahen Uferzonen ist aber nur der Beginn: ab 2007 soll ein umfassendes landesweites Programm gestartet werden.
In einer Machbarkeitsstudie zur hydraulischen Wirkung von Renaturierungen im Aschach-Einzugsgebiet wird momentan errechnet, in welchem Ausmaß Renaturierungen zur Abflachung und zeitlichen Verzögerung der Hochwasserspitzen beitragen können. Die ersten Ergebnisse sind vielversprechend: Unter der Annahme, eines Rückbaues von 1 km reguliertem, geradlinigem Bach auf einen etwa 1,5 km naturnahen gewundenen Bachverlauf mit Uferbewuchs, kann die Hochwasserspitze durch zeitliche Verzögerung der Abflussspitze um 2-3 % gedämpft werden. Besonders wichtig dabei ist die bremsende Wirkung des Uferbewuchses und ein frühzeitiges Ausufern des Gewässers, dort, wo es keinen Schaden anrichtet (Aubereiche, Wiesen).
Wenn man bedenkt, dass alleine im Einzugsbereich dieses Pilotversuches im oberen Aschachtal über 80 km hart regulierte Bachabschnitte vorhanden sind, lässt sich erkennen, welch beträchtlichen Anteil diese gut gemeinten Maßnahmen der Vergangenheit - meist zur Schaffung verbesserter landwirtschaftlicher Produktionsflächen und schnellerer Wasserabfuhr haben. Eine komplette Rücknahme dieser Baumaßnahmen wird nicht gelingen, aber wir müssen in Teilbereichen weiter und noch intensiver versuchen, hier wieder Platz für die Gewässer und den Uferbewuchs zur Verfügung zu stellen und mit den angrenzenden Landbewirtschaftern entsprechende Vereinbarungen zu treffen.
Entwurf der EU-Hochwasserrichtlinie als Unterstützung für den oberösterreichischen Weg
Durch die EU-Hochwasserrichtlinie, die zur Zeit unter der österreichischen Ratspräsidentschaft beraten wird und möglichst auch abgeschlossen werden soll, werden unsere Bemühungen und Strategien zur Hochwasserbewältigung weiter gestärkt.
Lt. vorliegendem Entwurf sollen
- erstmals europaweit die Folgen der Klimaveränderung auf das Hochwasserrisiko Berücksichtigung finden.
- künftig die hochwasserbedingten Risken länderübergreifend und gemäß dem einzugsgebietsbezogenen Ansatz der Wasserrahmenrichtlinie grenzübergreifend verringert und bewältigt werden,
- auch sonst weitgehend die Synergien mit der Wasserrahmenrichtlinie genutzt werden für ein verbessertes Risikomanagement,
- hierbei soll vorerst eine vorausschauende Bewertung des Hochwasserrisikos durchgeführt werden, auf die aufbauend dann HW-Risikokarten erstellt werden, die die Gebiete nach Hochwasser mit unterschiedlicher Eintrittswahrscheinlichkeit (hohe Wahrscheinlichkeit, mittlere Wahrscheinlichkeit; Extremereignisse) ausweisen.
Darauf können die eigentlichen Pläne zum Hochwasserrisikomanagement aufbauen, die konkrete Schutzziele zur Verringerung des Hochwasserrisikos und des Schadenspotenziales definieren.
- Einbindung und Information der Öffentlichkeit:
Die Öffentlichkeit soll Zugang zu den Bewertungen, Karten und Plänen haben, um so auch das - Hochwasserbewusstsein in der Bevölkerung zu stärken:
Die Bewusstmachung des Gefährdungspotenziales und des verbleibenden Restrisikos ist besonders wichtig.
An den wesentlichsten Punkten des Richtlinienentwurfes wird in Österreich und Oberösterreich bereits seit geraumer Zeit gearbeitet. Die Gefahrenzonenpläne der Wildbach- und Lawinenverbauung etwa liegen flächendeckend vor. Im Projekt HORA (Hochwasserzonierung Austria) werden österreichweit an mehr als 25.000 km Fließgewässern die Hochwassergefahren in drei verschiedenen Kategorien ausgewiesen (Ersteinschätzung des Risikos).
Die oben erwähnte Ausarbeitung von gesamten Gewässerbetreuungskonzepten und wasserwirtschaftlichen Gesamtkonzepten nimmt ebenfalls wichtige Teile der in Ausarbeitung befindlichen EU-Hochwasserrichtlinie bereits vorweg und spiegelt insgesamt Österreichs Vorreiterrolle auf dem Wassersektor wider.

