Baugeschichte
Der Entwurf des Linzer Architekten H. Wolfsgruber für den
geplanten Neubau der Studienbibliothek, der ursprünglich
schon 1914 realisiert werden sollte, aber wegen des Ersten
Weltkrieges nicht zustande kam. Als Standort war ein Areal
im Bereich des Landesmuseums vorgesehen.
Schon in den ersten Jahren
des Bestandes der "bibliotheca
publica" wurden die Bestände
vom Linzer Jesuitenkollegium
ins kaiserliche Schloss
(1778), von dort nach der
Übernahme durch das Stift
Kremsmünster (1783) in
dessen Haus in der
Herrenstraße (die heutige
Bischofsresidenz) und 1784
in das ehemalige Baumgartenberger
Freihaus an der Landstraße
Nr. 30 (heute Klosterhof),
übersiedelt. Im letzteren
Hause verblieb die Bibliothek
zwar bis 1928, musste
aber dann, wegen der
Baufälligkeit des Gebäudes
in den Wirtschaftshof
ausgelagert werden. Erst im
Jahr 1932 konnte die
Studienbibliothek ein für
damalige Verhältnisse
großzügiges und modernes
Gebäude am Schillerplatz
beziehen, das vom Wiener
Ministerialrat Julius
Smolik geplant worden war.

Von 1784 bis 1928 war
die Studienbibliothek im
Haus Landstraße Nr. 30
(heute Klosterhof)
untergebracht.
Im Erdgeschoß befand
sich die Buchhandlung
Quirin Haslinger.
Fassadenskizze der
Studienbibliothek
Linz von Robert
Buchner, 1929, nach
den Plänen von Julius
Smolik (Wien).
Dr. Konrad Schiffmann baute die
damals modernste österreichische
wissenschaftliche Bibliothek.
Als in den Jahren 1929
und 1930 das ehemalige
Baumgartenberger
(Kremsmünsterer) Stiftshaus
auf der Landstraße Nr. 30
vom neuen Besitzer, der
Salzburger Stieglbrauerei,
zu einer Gaststätte umgebaut
wurde, gestaltete der Münchener
Architekt Franz Zell (1878-1948),
der auch den Stieglkeller in
Salzburg erneuert hatte,
das Innere des Gebäudes
vollkommen um. Im ehemaligen
Direktionszimmer der
Studienbibliothek im 1. Stock
wurde das sogenannte
"Blaue Zimmer" eingerichtet,
in dem zahlreiche Fresken-
Genrebilder mit Schäfer- und
Musikantendarstellungen
den Raum schmücken.
Ein Bild fügt sich aber in diesen Rahmen nicht ein: Es zeigt einen älteren
Mann vor einem Schreibpult. Der Dargestellte ist Dr. Konrad Schiffmann,
auf den auch die Abbildungen eines Schiffes und und eines stehenden
Mannes im oberen Teil des angedeuteten Glasfensters im Hintergrund
hinweisen.

