Amt der Oö. Landesregierung
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Förderbereich Diversifizierung hin zu nichtlandwirtschaftlichen Tätigkeiten (Vorhabensart 6.4.1)

Gefördert werden Landwirtinnen und Landwirte, Mitglieder eines landwirtschaftlichen Haushalts, Zusammenschlüsse von Landwirtinnen und Landwirten, Gemeinschaften von Landwirtinnen und Landwirten mit Nicht-Landwirtinnen und Nicht-Landwirten.

Wer wird gefördert?

  • Bewirtschafterinnen und Bewirtschafter landwirtschaftlicher Betriebe mit folgendem Mindestbewirtschaftungsumfang:  3 ha LN
    bei Feldgemüse-, Obst-, Wein- oder Hopfenanbau mind. 0,3 ha LN
    Betriebe des Gartenbaus sowie der Bienenhaltung, die diese Voraussetzung nicht erfüllen, müssen über einen eigenen Einheitswert oder einen Zuschlag zum landwirtschaftlichen Einheitswert verfügen.
  • Mitglieder eines Haushalts eines landwirtschaftlichen Betriebes d. h. volljährige und noch nicht im Ruhestand befindliche Personen mit ordentlichem Wohnsitz auf einem landwirtschaftlichen Betrieb mit Mindestbewirtschaftung wie unter obigem Punkt angeführt.
  • Gemeinschaften von Bewirtschaftern bzw. Mitgliedern des Haushalts landwirtschaftlicher Betriebe. Sind an den Gemeinschaften auch Dritte beteiligt, die weder Bewirtschafter noch Haushaltsangehörige eines landw. Betriebes sind, können nur die auf die Bewirtschafter u. Haushaltsangehörigen eines landw. Betriebes entfallenden anteiligen Kosten gefördert werden.
  • Einzelbetriebliche Vorhaben, die von einer im Firmenbuch eingetragenen Personengesellschaft oder juristischen Person durchgeführt werden, die sich ausschließlich aus dem Bewirtschafter und einem oder mehreren Mitgliedern des Haushalts des gleichen landw. Betriebs zusammensetzt, sind nur dann förderbar, wenn die im Firmenbuch eingetragene Personengesellschaft bzw. juristische Person selbst Bewirtschafter des lw. Betriebes ist.

Was wird gefördert?

  1. Landwirtschaftlicher Tourismus und Aktivitäten der Freizeitwirtschaft sowie Bewirtung:
    1. Bauliche und technische Investitionen in Freizeiteinrichtungen sowie zur Ausübung von Freizeitaktivitäten einschließlich der dafür notwendigen Einrichtung und Ausstattung;
    2. Bauliche Investitionen zur Gästebeherbergung, -betreuung und -bewirtung einschließlich der dafür notwendigen Einrichtung und Ausstattung.

    Beispiele: Gästezimmer, Ferienwohnungen, Aufenthalts- u. Frühstücksräume, Reithallen u. -plätze, Mostschenken, Jausenstationen ...

  2. Verbesserung der  Be- und Verarbeitung, Vermarktung und Absatzmöglichkeiten von Produkten (bei landwirtschaftlichen Produkten nur Nicht-Anhang-I-Erzeugnisse*) und Dienstleistungen:

    Bauliche und technische Investitionen für die Be- und Verarbeitung, Vermarktung und Absatzmöglichkeiten einschließlich der dafür notwendigen Einrichtung und Ausstattung;

    Beispiele: Be- und Verarbeitungsräumlichkeiten inklusive Einrichtung und Ausstattung sowie Verkaufseinrichtungen für die Direktvermarktung (nur für Nicht-Anhang-I-Erzeugnisse*) ...

    *) Nicht-Anhang-I-Erzeugnisse: Landwirtschaftliche Erzeugnisse, die höhergradig be- und verarbeitet sind und daher nicht mehr unter die im Anhang I des Vertrags angeführten landwirtschaftlichen Urprodukte und Produkte der 1. Verarbeitungsstufe fallen.

  3. Aktivitäten in kommunalen, sozialen und sonstigen Bereichen:

    1. Bauliche und technische Investitionen einschließlich der dafür erforderlichen Einrichtungen und Ausstattungen zur Erbringung von sozialen Dienstleistungen im Bereich der Pflege und Betreuung, Pädagogik, Therapie sowie Soziale Arbeit;
    2. Bauliche Investitionen sowie Anschaffung von Maschinen, Geräten und technischen Anlagen zur Erbringung von kommunalen Dienstleistungen;
    3. Bauliche Investitionen sowie Anschaffung von Maschinen, Geräten und technischen Anlagen zur Erbringung von sonstigen Dienstleistungen.

    Beispiele: Räumlichkeiten und Einrichtungen für Pflege und Therapie, Kinderbetreuung, Schule am Bauernhof, Investitionen für kommunale Dienstleistungen (z. B. Grünraumpflege, Winterdienst, Kompostierung ...) ...

  4. Traditionelle Handwerkstätigkeiten: Bauliche und technische Investitionen zur Ausübung von traditionellem Handwerk einschließlich der dafür notwendigen Einrichtung und Ausstattung.

    Beispiele: Investitionen zur Herstellung und Vermarktung von traditionellen handwerklichen Produkten z. B. aus Holz bzw. Rundholz, Kunsthandwerk, etc.

Es wird nur die Anschaffung von neuwertigen Maschinen und Geräten gefördert. Die Anschaffung von Maschinen und Geräten, die üblicherweise in der Landwirtschaft genutzt werden, wird nicht gefördert.

Eigenleistungen: nur eigenes Bauholz anrechenbar

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

  • Verpflichtende Vorlage eines Diversifizierungskonzeptes mit mindestens folgenden Bestandteilen:
    1. Darstellung der Ausgangssituation des Betriebes z. B. betriebs- u. arbeitswirtschaftliche Überlegungen
    2. Ziele und geplante Aktionen für das Vorhaben
    3. Darstellung der positiven Wirtschaftlichkeit und Finanzierbarkeit des Vorhabens
  • Berechtigung zur Ausübung der Tätigkeit gemäß Gewerbeordnung soweit erforderlich; für Vorhaben im Bereich der Pflege und Betreuung, Pädagogik, Therapie sowie Soziale Arbeit sind darüber hinaus Kooperationsstrukturen, gegebenenfalls mit anerkannten sozialen Einrichtungen, nachzuweisen, es sei denn, der Förderungswerber selbst oder Mitglieder des landwirtschaftlichen Haushalts verfügen über entsprechende Qualifikationen
  • Es werden nur Vorhaben gefördert, die in den Bereich des landwirtschaftlichen Nebengewerbes fallen oder durch die ein landw. Betrieb auf Grund der getätigten Investition erstmals das gewerbliche Ausmaß erreicht.
  • Bei baulichen und technischen Maßnahmen sind alle behördlichen Genehmigungen vorzulegen
  • Keine Vermietung/Verpachtung an einen anderen Betreiber (gilt auch bei Sozialprojekten z. B. „Green Care“)
  • Keine private Nutzung oder Dauervermietung im Bereich Gästebeherbergung während der Behaltefrist
  • Es werden max. 22 Gästebetten gefördert.

Förderungsart und –ausmaß

anrechenbare Mindestkosten: 15.000 Euro
maximal anrechenbare Kosten: 400.000 Euro in der Förderperiode

Zuschuss zu Investitionen als De-minimis-Beihilfe in Höhe von:

  1. 20 Prozent für Reithallen, Reitplätze, Reiterstüberl, Kommunaldienst
  2. 30 Prozent für Aktivitäten in sozialen Bereichen, z. B. „Green Care“
  3. 25 Prozent für Tourismus, Freizeitwirtschaft, Bewirtung, Verarbeitung, Vermarktung

Förderbare Kosten sind anerkennungsfähige Kosten, die mit vorzulegenden Rechnungen samt Zahlungsnachweis (Kontoauszug) nachgewiesen werden.

Kleinbetragsrechnungen unter einem Betrag von 50 Euro netto sind nicht anrechenbar.

Übersteigt der Rechnungsbetrag für eine zusammengehörige Leistung 5.000 Euro netto, muss eine unbare Zahlung nachgewiesen werden.

Gebrauchtmaschinen bzw. -geräte sowie üblicherweise in der Landwirtschaft genutzte Maschinen u. Geräte sind nicht förderbar.

Kosten für Grundankäufe sind nicht förderbar.

Auswahlverfahren:

Die Vorhaben werden in einem Auswahlverfahren anhand eines bundesweit einheitlichen Bewertungsschemas bewertet und ausgewählt. Nur jene Förderungsanträge, die bis zu einem vorgegebenen Stichtag vollständig bei der Bewilligenden Stelle eingelangt und entscheidungsreif sind, können in das nächste Auswahlverfahren einbezogen werden. Um für eine Förderung grundsätzlich in Betracht zu kommen, muss zumindest die Mindestpunktezahl erreicht werden.

Vorhaben, die die Mindestpunkteanzahl oder mehr Punkte erreichen, werden entsprechend der erreichten Punkteanzahl gereiht und abhängig vom für die Auswahlrunde festgelegten Budget für eine Förderung ausgewählt. Vorhaben, die auf Grund der budgetären Situation in der jeweiligen Auswahlrunde nicht zum Zug kommen, können bei gleichbleibenden Bedingungen einmal in die nächste Auswahlrunde übernommen werden.

Wird das beantragte Vorhaben im Auswahlverfahren positiv ausgewählt, erfolgt eine schriftliche Bewilligung des Projektes und die Übermittlung des Zahlungsantrages für die Projektabrechnung.

Die Auswahlverfahren werden blockweise durchgeführt. Alle entscheidungsreifen Anträge, die bis zum jeweiligen Stichtag vorliegen, werden jeweils einem Auswahlverfahren unterzogen.

Folgende Stichtage für das Auswahlverfahren werden bekannt gegeben:

  • 31. Dezember 2016
  • 31. März 2017
  • 30. Juni 2017
  • 30. September 2017
  • 31. Dezember 2017

Die Stichtage für die Auswahlverfahren 2018 werden zu gegebener Zeit veröffentlicht.

Abwicklung / Antragstellung

Der Antrag ist mittels Formular an die Abteilung Land- und Forstwirtschaft zu richten. Informationen und Antragsformulare erhalten Sie auch bei den Bezirksbauernkammern und Geldinstituten.

Formular

Abrechnungsunterlagen für die Vorhabensart 6.4.1 Diversifizierung hin zu nichtlandwirtschaftlichen Tätigkeiten

Wenn Sie Fragen dazu haben, wenden Sie sich bitte an:

Amt der Oö. Landesregierung • 4021 Linz, Landhausplatz 1 • Telefon (+43 732) 77 20-0 • E-Mail post@ooe.gv.at