Bezirkshauptmannschaften Grieskirchen und Eferding
Manglburg 14 • 4710 Grieskirchen

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Geschichte und geographische Lage des Bezirks Grieskirchen

Sehr geehrte Damen und Herren!
 
Die Homepage der Bezirkshauptmannschaft Grieskirchen soll Ihnen einen Überblick über die Bezirkshauptmannschaft sowie den gesamten Bezirk Grieskirchen und seinen Gemeinden geben. Die Landschaft des Bezirkes Grieskirchen erstreckt sich über eine Fläche von ca. 580 km² zwischen den Ausläufern des Sauwaldes und des Hausruckwaldes sowie zwischen dem Salletwald und dem Westrand der Welser Heide. Die höchste Erhebung liegt im Hausruck mit 750 m. Zwischen Sauwald im Norden und Hausruck im Westen erstreckt sich ein wellig fruchtbares Hügelland mit bewaldeten Kuppen, die typisch für diesen Landesteil Oberösterreichs sind. Für die Gegend kennzeichnend und ein Charakteristikum des Landls ist die Baumblüte der zahlreichen Obstbäume im Frühling.
 
Die Geschichte des heutigen Bezirkes ist eng verbunden mit dem Bauernkrieg 1626. Stephan Fadinger, den die aufständischen Bauern zu ihrem Führer ernannt hatten, war ein Bauer aus Fatting am Walde (Gemeinde St. Agatha) und führte gemeinsam mit seinem Schwager Christoph Zeller die Bauern an. Bei Peuerbach (Ledererwiese) gelang den Bauern ein vernichtender Sieg über die Truppen Graf Herberstorffs.
 
Der heutige Bezirk Grieskirchen war bis zur Erwerbung des Innviertels im Jahr 1779 Grenzland. Durch die Grenzlage bedingt finden sich daher im Bezirk Grieskirchen sehr viele Burgen und Schlösser.
 
Die Bezirkshauptmannschaft Grieskirchen wurde als letzte Bezirkshauptmannschaft in Oberösterreich 1911 gegründet und umfasst die Gerichtsbezirke Haag am Hausruck, Grieskirchen und Peuerbach.
 
Bis in die Mitte des vorigen Jahrhunderts war der Bezirk ein gefestigtes Bauernland. Den Bedarf an Gütern, Waren und Leistungen deckten die Bauern, Handwerker und Kaufleute. Die einsetzende Industrialisierung nach 1848 und das Vordringen der Dampfkraftnutzung und in Verbindung damit das Entstehen von Eisenbahnlinien hinterließ gewaltige Veränderungen. 1861 wurde die Bahnverbindung Wels - Passau und 1870 die Bahnverbindung Neumarkt-Kallham - Braunau in Betrieb genommen. Später folgte die Lokalbahn Haag am Hausruck - Lambach und die Eferdinger Lokalbahn Linz - Neumarkt-Kallham mit der Abzweigung nach Peuerbach. Diese wichtigen neuen Verkehrslinien bestimmten den Umschichtungsprozess in der Wirtschaft und legten bis heute merkbar fast ausschließlich einen Ost - West - Zug fest.
 
Wirtschaftszentrum ist das Trattnachtal. Aber auch an der Achse Waizenkirchen - Peuerbach - Neukirchen am Wald und an der Achse Gaspoltshofen - Weibern - Haag am Hausruck haben sich Wirtschaftszonen mit bemerkenswerter Eigendynamik gebildet. Die bedeutendste Sparte in der Industrielandschaft des Bezirkes ist die Maschinen- und Stahlbauindustrie. Dahinter rangieren die Holz verarbeitende Industrie, die Elektro- und Elektronikindustrie, die chemische Industrie, die Stein- und Keramikindustrie, die Eisen- und Metallwarenindustrie, die Nahrungs- und Genussmittelindustrie sowie die Bekleidungsindustrie. Insgesamt gesehen stellt der Bezirk Grieskirchen in seiner Wirtschaftsstruktur eine glückliche Mischung aller Wirtschaftssparten dar. Die Betriebsgröße ist durch Klein- und Mittelbetriebe gekennzeichnet.
 
Auch durch eine kluge und vorausschauende örtliche Raumordnungspolitik wurden in den letzten Jahren wirtschaftliche Akzente gesetzt. So wurde im Gemeindegebiet der Marktgemeinde Haag am Hausruck im Zuge der Errichtung der Autobahn ein neues Betriebsbaugebiet geschaffen. Die nördliche Wirtschaftsregion rund um Peuerbach wiederum hat ihre Bedeutung im vielfältigen Dienstleistungsangebot zur Deckung des täglichen Lebensbedarfes der Bewohner. Zum zentralen Ort für dieses Gebiet hat sich die Stadtgemeinde Peuerbach entwickelt, die in Anerkennung der besonderen wirtschaftlichen, kulturellen und historischen Bedeutung 1994 zur Stadt erhoben wurde.
 
Darüber hinaus wurden in den letzten Jahren verschiedene Anstrengungen unternommen, um die Attraktivität des Bezirkes als Wirtschaftsstandort weiter zu verbessern. Wertvolle wirtschaftliche Impulse erhofft man sich von der Zusammenarbeit im Rahmen der 1994 gegründeten Inn-Salzach-Euregio. Ein weiterer Anstoß wird vom Technologiezentrum in der Bezirksstadt Grieskirchen erwartet, das mit der im Jahre 2001 eröffneten HTL eine Verbindung zwischen Theorie und Praxis bringen soll. Der Bezirk Grieskirchen verfügt über ein sehr dichtes Straßennetz, wobei die Ost-West-Verbindungen vorwiegen. Die Nord-Süd-Verbindungen sind durch die relativ vielen Ortsdurchfahrten und durch ihren kurvenreichen Verlauf eher problematisch. Der Ausbau dieser Verbindung ist der regionalen Wirtschaft ein wichtiges Anliegen.
 
Neben der selbstverständlich gewordenen flächenhaften Versorgung mit elektrischer Energie können in den letzten Jahren die wichtigsten industriellen und gewerblichen Standorte im Bezirk mit Erdgas als weiteren Energieträger aufwarten.
Auch der Trend zu erneuerbarer Energie hat in den verschiedenen Teilen des Bezirkes Grieskirchen seinen Niederschlag gefunden, insbesondere zur Versorgung von öffentlichen Einrichtungen und Haushalten mit Wärme, z.B. in Gaspoltshofen, Hofkirchen an der Trattnach, Natternbach, Pram, St. Agatha und Waizenkirchen, wo größere Hackschnitzelanlagen errichtet wurden.
 
Als Besonderheit ist die Wärmeversorgung von öffentlichen Einrichtungen und Haushalten in den Gemeinden Haag am Hausruck und Geboltskirchen zu erwähnen, die seit 1996 durch eine geothermische Anlage erfolgt und zur Verringerung der Luftverunreinigung beiträgt.
 
Große Anstrengungen werden von den Gemeinden auch auf dem Gebiet der Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung unternommen. So werden derzeit ca. 61 % der Haushalte des Bezirkes über kommunale Wasserversorgungs-anlagen bzw. Genossenschaftsanlagen mit Trinkwasser versorgt und ca. 75 % der Haushalte abwassermäßig über Kommunalanlagen und Genossenschafts-anlagen entsorgt.
 
Im Fremdenverkehrsbereich haben ihre besondere Bedeutung die beiden Kurgemeinden Bad Schallerbach und Gallspach, die sich mit den Gemeinden Geboltskirchen, Grieskirchen, Haag am Hausruck und Wallern an der Trattnach zur "Vitalwelt Hausruck" zusammenschlossen, um ihr umfangreiches touristisches Angebot gemeinsam wirkungsvoll zu vermarkten. Besondere Attraktionen sind Österreichs größter Wassererlebnispark Aquapulco, das Relaxium und die Farblichttherme Colorama in Bad Schallerbach sowie der Weg der Sinne, Österreichs erster Erlebnisweg in Haag am Hausruck. Außerdem wird erwartet, dass der im Jahr 2001 fertiggestellte Trattnachtalradwanderweg mit der geplanten Anbindung an den Donauradwanderweg den Fremdenverkehr positiv beeinflusst.
 
Im Gesundheitsbereich stehen der Bevölkerung mehrere Einrichtungen zur Verfügung. An erster Stelle ist hier das allgemeine öffentliche Krankenhaus St. Franziskus Grieskirchen GmbH der Franziskanerinnen aus Vöcklabruck zu erwähnen, das über ca. 265 Betten verfügt. Nähere Informationen finden sie auf der Homepage des Krankenhauses Grieskirchen. Weiters stehen zur Behandlung von Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates, Rheuma- und Gefäßerkrankungen, Erkrankungen der Atemwege, des Nervensystems, der Harnwege etc. sowie zur Regeneration und gesundheitlichen Vorsorge die Kuranstalten und Rehabilitationseinrichtungen in Bad Schallerbach mit dem Schwefelthermalwasser sowie das bekannte Institut Zeileis in Gallspach mit der einzigartigen Hochfrequenzbehandlung als Kurprogramm bereit.
 
Der Bezirk verfügt weiters über mehrere Behinderteneinrichtungen, die beitragen, dass behinderte Bürgerinnen und Bürger in ihrer nächsten Umgebung verbleiben können. Zu nennen sind das "Dorf" in Altenhof am Hausruck, St. Pius in Steegen und die Rehabilitationseinrichtungen des Österreichischen Zivilinvalidenverbandes in Tollet und Schlüßlberg. Diese Einrichtungen bieten Menschen mit Behinderungen Wohn-, Ausbildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten sowie Therapien an.
 
Auf dem Gebiet der Altenvorsorge kann der Bezirk ebenfalls auf bedeutende Anstrengungen und Leistungen verweisen. Derzeit bestehen sechs Alten- und Pflegeheime, in denen ca. 580 Personen Unterkunft und Pflege erhalten können. Außerdem wird im gesamten Bezirk die Hauskrankenpflege und Mobile Betreuung und Hilfe mit Sonn- und Feiertagsdienst sowie die Familienhilfe angeboten.
 
Im Bezirk befinden sich einige wertvolle Kulturgüter. Das Landschloss Parz bei Grieskirchen zählt zu den stattlichsten Renaissanceschlössern Oberösterreichs und bildet mit dem dazugehörigen Wasserschloss Parz ein geschlossenes Ensemble. In den vergangenen Jahren wurde an der 100 Meter langen Südfront des Renaissanceschlosses ein umfangreicher Wandmalereizyklus aus dem späten 16. Jahrhundert freigelegt. Er bildet den größten im Original erhaltenen Zyklus von Außenfresken der Renaissance nördlich der Alpen und sind von einer außerordentlichen malerischen Qualität.
 
Das Schloss Aistersheim, das um 1600 errichtet wurde, ist wiederum eines der schönsten und zugleich auch eines der typischsten Wasserschlösser der Spätrenaissance in Österreich.
 
Die Schiffskanzel in der Pfarrkirche von Gaspoltshofen ist eine Rarität und wird als das schönste Kunstwerk der Kirche bezeichnet. Sie ist ein prachtvolles Schnitzwerk mit schwarzer Einfassung und Verzierungen aus Gold und stellt das Schiff des Apostelfürsten Petrus dar. Außer in Gaspoltshofen befindet sich nur mehr in der Pfarrkirche von Tautendorf in Niederösterreich eine Schiffskanzel; die berühmten Kanzeln von Traunkirchen und Fischlham sind sogenannte Fischerkanzeln, gehören aber ebenfalls zu diesem Grundtyp.
 
Im Schloss Peuerbach ist das Bauernkriegsmuseum und die oberösterreichische Landeskrippe untergebracht. Peuerbach hat in der Geschichte der oberösterreichischen Bauernunruhen keine unbedeutende Rolle gespielt. Das Schloss war hierbei mehrmals Schauplatz tragischer Ereignisse und ist daher prädestiniert, die Darstellung der politischen, konfessionellen, wirtschaftlichen und sozialen Ursachen der Bauernerhebungen in Oberösterreich aufzunehmen. Dies geschieht an Hand von Dioramen und Figurinen, von Bildern, Grafiken und Fotodokumentationen, von historischen Waffen und Kriegsgeräten, um dem Besucher einen lebensnahen Eindruck von der Zeit und den Ereignissen zu geben.
 
Daneben ist die oö. Landeskrippe im Schloss ein Denkmal der Volkskultur unseres Heimatlandes. Diese in ihrer Art einmalige Heimatkrippe zeigt in der Darstellung der vier Landesviertel einige der Grundtypen bäuerlicher Hofformen: Den Vierkanter, Vierseithof, Mühlviertler Hakenhof und das Mondseer Rauchhaus. Dazwischen veranschaulichen über 200 Figuren die jeweilige Tracht der einzelnen Landesteile sowie brauchtümliche Feste aus dem Arbeitsalltag.
 
Eine weitere Sehenswürdigkeit und ein würdiges Denkmal für den aus Peuerbach stammenden Astronomen, Mathematiker und Universitätslehrer Georg von Peuerbach (1423 bis 1461) ist die am Peuerbacher Rathaus angebrachte Astrolabium-Uhr. Diese Rathausuhr ist eine im Verhältnis 1: 15,625 vergrößerte Nachbildung des 1457 von Georg von Peuerbach vollendeten Original-Astrolabiums, welches im germanischen Nationalmuseum Nürnberg aufbewahrt wird.


 

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