Amt der Oö. Landesregierung
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Soziale Rehabilitation - Zuschüsse

Informationen über Hilfsmittel und Heilbehelfe sowie Leistungen für Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer, schwer gehbeeinträchtigte sowie gehörlose oder blinde Menschen.

Was ist das?

Für behinderungsbedingte Mehraufwändungen, zur Bewältigung behinderungsbedingt erschwerter Lebensumstände, zur sozialen Integration und zur Milderung besonderer Notlagen können bei Vorliegen der Voraussetzungen im Rahmen des Oö. Chancengleichheitsgesetzes Zuschüsse gewährt werden. Auf die Förderung besteht kein Rechtsanspruch.
Maßnahmen der beruflichen Rehabilitation (z.B. Mobilitätszuschuss) fallen in die Zuständigkeit des Sozialministerium Service (vormals: Bundesamt für Soziales und Behindertenwesen).

Allgemeine Voraussetzungen

  • Zielgruppe: Menschen mit Beeinträchtigungen - ausgenommen sind jedoch altersbedingte Beeinträchtigungen
  • Grad der Beeinträchtigung: mindestens 50 Prozent (Nachweis: Behindertenpass oder ärztliches Gutachten)
  • Maßnahme oder Mehrkosten sind behinderungsbedingt notwendig
  • Gesamtes Haushaltsnettoeinkommen liegt unter der vorgesehenen Einkommensgrenze (Beträge für 2016 monatlich netto):
    • Einkommen Antragsteller: 3.409,70 Euro
    • Steigerungsbetrag je Person: 341,30 Euro
    • Steigerungsbetrag je schwer beeinträchtigte Person: 682,10 Euro
  • Antragsteller bzw. Antragstellerin ist der Mensch mit Beeinträchtigung - bei Kindern die gesetzliche Vertretung
  • Antragstellung erfolgt vor Durchführung der Maßnahme / vor Ankauf; bei kurzfristiger Dolmetschnotwendigkeit längstens sechs Monate nach Dolmetschanlass
  • Verwendung der Beihilfe nach den Kriterien der Sparsamkeit, Wirtschaftlichkeit und Zweckmäßigkeit
  • Angemessenheit der Kosten
  • Nachweis der Kosten (Originalrechnungen und Originalzahlungsbelege)
  • Richtwerte und Einkommensgrenzen werden jährlich neu festgelegt

Welche Leistungen können gefördert werden?

 

 

Fahrtkostenzuschuss

Der Fahrtkostenzuschuss ist eine Pauschalabgeltung, die einmal jährlich an Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer sowie schwer gehbeeinträchtigte Menschen für die erschwerte Mobilität bewilligt werden kann. Die Unzumutbarkeit der Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel ist Voraussetzung.

  • Einkommensobergrenzen gelten für diesen Zuschuss nicht
  • Antragstellung ist zwischen dem 15. und 65. Lebensjahr möglich
  • Höhe: 682,10 Euro (2016)
  • bei Berufstätigkeit mit Zugehörigkeit zum Personenkreis der "Begünstigten Behinderten" gibt es den Mobilitätszuschuss vom Sozialministerium Service

Weiterführende Informationen erhalten Sie bei

Adaptierung eines Personenkraftwagens

Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer sowie schwer gehbeeinträchtigte Menschen, denen die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel nicht zumutbar ist, können einen Zuschuss zur behinderungsbedingt notwendigen Adaptierung bzw. Ausstattung eines Kraftfahrzeuges erhalten. Förderbar sind auch Leasingfahrzeuge und Fahrzeuge mit Eigentumsvorbehalt (bei Kreditfinanzierung).

Die Einkommensobergrenzen sind anzuwenden. Innerhalb von 5 Jahren darf ein bestimmter Förderungsrahmen nicht überschritten werden und es ist pro Umbaumaßnahme lediglich eine Beihilfe möglich (Beispiel: Beihilfe zum Einbau eines Automatikgetriebes lediglich einmal innerhalb von 5 Jahren möglich). Ein Kostenvoranschlag ist dem Antrag beizulegen. Zulassungsschein und Rechnung müssen auf den Namen der Antragstellerin / des Antragstellers lauten.

Weiterführende Informationen erhalten Sie bei

Behindertengerechte Wohnraumadaptierung

Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrern, schwer gehbeeinträchtigten Menschen sowie Menschen ohne obere Extremitäten kann zur behindertengerechten Ausstattung von Eigenheimen und Wohnungen ein Zuschuss gewährt werden.
Für die Antragstellung sind Kostenvoranschläge, eine Situationsbeschreibung und die Begründung des behinderungsbedingten Mehraufwandes erforderlich. Auf Wunsch kann eine kostenlose Beratung für die Gestaltung vermittelt werden.
Bei Mietobjekten ist die schriftliche Zustimmung der Eigentümerin/des Eigentümers zur Durchführung vorzulegen. Neubauten sowie der Ankauf von Häusern bzw. Wohnungen können nicht gefördert werden. Die Einkommensobergrenzen sind anzuwenden.

Kommunikationshilfsmittel

Gehörlosen oder schwerhörigen Menschen (Eintrag der Hörbeeinträchtigung im Behindertenpass) kann zum Ankauf von Kommunikationshilfsmitteln (z.B. Faxgerät, Lichtwecker, Blitzlampen, Türsender, Verstärkeranlagen) oder deren Reparatur ein Zuschuss gewährt werden. Die Bestellung und Überweisung des Zuschusses kann vom Land direkt mit der Firma (keine Handelskette) abgewickelt werden, wenn dies gewünscht wird.

Elektronische Hilfsmittel

Blinden und schwerst sehbeeinträchtigten Menschen kann zur Anschaffung behindertengerechter Sonderausstattung (z.B. elektronische Vorlesegeräte, Braillezeile) ein Zuschuss gewährt werden.  Ist für den Umgang mit diesen Geräten eine Schulung erforderlich, kann auch dafür ein Zuschuss bewilligt werden. Kostenvoranschläge sind beizubringen.

Sonstige technische Hilfsmittel

Menschen mit Beeinträchtigungen (mindestens 50 Prozent Grad der Beeinträchtigung) können für den Ankauf spezieller technischer Hilfsmittel (z.B. Treppensteiger oder Aufstehhilfen) einen Zuschuss erhalten, wenn die medizinische Notwendigkeit nachgewiesen wird. Kostenvoranschläge sind vorzulegen.

Orthopädische Behelfe

Zur Anschaffung von orthopädischen Behelfen (z.B. Sitzschale) kann ein Zuschuss gewährt werden, wenn dafür eine medizinische Notwendigkeit vorliegt und diese nicht vom Krankenversicherungsträger finanziert werden. Ein Kostenvoranschlag ist erforderlich.

Blindenführhunde, Partnerhunde, Rollstuhlhunde

Blinde und schwerst sehbeeinträchtigte Menschen können zur Anschaffung eines Blindenführhundes einen Zuschuss erhalten, wenn diese Anschaffung ihre Mobilität erhöht. Ausgenommen sind jedoch berufstätige Personen (die Zuständigkeit liegt hier beim Sozialministerium Service). Voraussetzung zur Förderung ist die Ablegung der offiziellen Blindenführhundeprüfung gemäß Bundesbehindertengesetz. Ein Kostenvoranschlag eines Ausbildungszentrums ist vorzulegen.

Einen Zuschuss gibt es auch zur Anschaffung eines Partnerhundes für Menschen mit Beeinträchtigungen sowie zur Anschaffung eines Rollstuhlhundes für Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer. Es ist ein Kostenvoranschlag eines Ausbildungszentrums erforderlich.

Weiterführende Informationen erhalten Sie bei

Dolmetschkosten

Zur Regelung von privaten Angelegenheiten können gehörlose und schwerst hörbeeinträchtigte Menschen zu Gebärdendolmetschkosten Zuschüsse erhalten. Der Eintrag der Hörbeeinträchtigung im Behindertenpass ist erforderlich. Die DolmetscherInnen müssen eine anerkannte Ausbildung absolviert haben.

Die Zuschüsse betragen für das Jahr 2016:

  • 27 Euro je halbe Stunde Dolmetschtätigkeit und
  • 11,50 Euro je halbe Stunde Zeitversäumnis (Wegzeit, Mittagspause).

Fahrtkosten: Ersatz öffentlicher Verkehrsmittel oder amtliches Kilometer-Geld.

Förderbare Anlässe:

  • Erste Hilfe-Kurs / Führerscheinausbildung (Klasse AM, B)
  • Arztbesuch / Vorträge im Gesundheitsbereich
  • Elternsprechtag / Elternabend
  • Kauf- und Verkaufsverhandlungen
  • Mieterversammlungen
  • finanzielle Angelegenheiten / Schuldnerberatung
  • Bankgeschäfte / Kreditgespräche / Vermögensberatung
  • Behördenkontakte, ausgenommen Vorladungen (= Verfahrenkosten)
  • Hochzeit (Standesamt und Kirche) / Taufe / Begräbnis
  • Öffentliche Ehrungen

In Gruppen ab 5 Personen bei vorheriger Antragstellung:

  • Fahrtechniktraining / Exkursionen / Ausstellungen
  • Messebesuche / Hobbykurse / Vorträge

Durch den Einsatz neuer Technologien besteht die Möglichkeit, eine Dolmetschleistung unter Verwendung technischer Kommunikationsmittel (z.B. Videodolmetschen) durchzuführen. Als Kostenersatz kann ein Zuschuss in Höhe von 1 Euro pro Minute (also maximal 60 Euro pro Stunde) geleistet werden. Kostenübernahme für die Anschaffung geeigneter Kommunikationsmittel und Ersatz von Fahrzeiten bzw. Reisekosten ist hier nicht möglich.

Erwerb der Lenkberechtigung

Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer sowie schwer gehbeeinträchtigte Menschen können einen Zuschuss zum Erwerb des Führerscheines (Klasse AM, B) erhalten, wenn ihnen die Benützung öffentlicher Verkehrsmittel nicht zumutbar ist.

Die Ausbildung muss innerhalb eines Jahres positiv abgeschlossen werden. Der Zuschuss beträgt höchstens 50 Prozent der Kosten und es sind Kostenvoranschläge vorzulegen. Die Einkommensobergrenzen sind anzuwenden. Als Altersgrenze gilt die Vollendung des 65. Lebensjahres. Bei Berufstätigkeit liegt die Zuständigkeit beim Sozialministerium Service.

Weiterführende Informationen erhalten Sie bei

Behinderungsbedingte finanzielle Notlagen

Menschen mit Beeinträchtigungen (mindestens 50 Prozent Grad der Beeinträchtigung) können in finanziellen Notlagen einen Zuschuss erhalten, wenn diese durch behinderungsbedingte Mehraufwändungen entstanden sind.

Innerhalb eines Jahres darf ein bestimmter Förderungsrahmen nicht überschritten werden.

Folgende Einkommensgrenzen dürfen nicht überschritten werden (Werte 2016):

  • Einkommensgrenze Antragsteller 2.045,80 Euro
  • Steigerungsbetrag für weitere Person im Haushalt 341,30 Euro
  • Steigerungsbetrag für schwer beeinträchtigte Person 682,10 Euro

Ist eine finanzielle Notlage nicht behinderungsbedingt, kann ein Antrag beim Solidaritätsfonds gestellt werden.

 

Wie komme ich zur Förderung?

Antragstellung beim Amt der Oö. Landesregierung, Abteilung Soziales

Antragsformulare

Weitere Informationen erhalten Sie bei:

Wenn Sie Fragen dazu haben, wenden Sie sich bitte an:

Amt der Oö. Landesregierung • 4021 Linz, Landhausplatz 1 • Telefon (+43 732) 77 20-0 E-Mail post@ooe.gv.at