Amt der Oö. Landesregierung
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Sanierung für Wohnhäuser mit mehr als 3 Wohnungen

Gefördert werden Sanierungsmaßnahmen, nachträgl. Lifteinbau, Anschluß an Fernwärme, behindertengerechte Maßnahmen, Schaffung v. Wohnungen in bisher nicht für Wohnzwecke genutzte Gebäude.

Wer wird gefördert?

Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer, Wohnungseigentümergemeinschaften, Bauberechtigte

Was wird gefördert?

  • Sanierung von Wohnhäusern mit mehr als drei Wohnungen durch Erhaltungs- und Verbesserungsmaßnahmen
  • Schaffung von Wohnungen in bisher nicht für Wohnzwecke genutzten Gebäuden
  • Erweiterungsmaßnahmen an bestehenden Wohnhäusern, wenn gleichzeitig die Sanierung des Wohngebäudes gefördert wird
  • Sanierung von Wohnhäusern im Ortskernen
  • Fernwärmeanschluss im Zuge obiger Maßnahmen 
  • behindertengerechte Maßnahmen

Wie wird gefördert?

Die Förderung besteht in der Gewährung von

  • Annuitätenzuschüssen
  • Bauzuschüssen

Annuitätenzuschüsse

Werden für die Rückzahlung von Darlehen eines Geldinstitutes mit einer Laufzeit von 15 Jahren, bei der Sanierung von Ortskernen von 20 Jahren und bei Minimalenergiehäusern von 25 Jahren gewährt.
Die Verzinsung des bezuschussten Darlehens darf höchstens 130 Basispunkte über dem 6-Monats-Euribor liegen.
Für Wohnungseigentümergemeinschaften beträgt der Aufschlag zum 6-Monats-Euribor höchsten 150 Basispunkte.
Die Annuitätenzuschüsse werden anlässlich der Förderzusage berechnet und gelten für die gesamte Darlehenslaufzeit in dieser Höhe unverändert. Die Basis für die Berechnung des zugesicherten Annuitätenzuschusses bildet der Monatsdurchschnitt des 6-Monats-Euribors des mittleren Monats im vorangegangenen Quartal zuzüglich des höchstzulässigen Aufschlags. Der dem Annuitätenzuschuss zugrunde liegende Zinssatz ist mit maximal 4 Prozent p.a. begrenzt. Annuitätenzuschüsse können auch für die Eigenmittel einer gemeinnützigen Bauvereinigung bewilligt werden. In diesem Fall können diese höchstens mit einem Zinssatz der um einen Prozentpunkt verringerten Sekundärmarktrendite für Bundesanleihen verzinst werden.

Bauzuschüsse:

Wohnungseigentümergemeinschaften können für Sanierungen einen Bauzuschuss erhalten, welcher mit einem Abschlag von 40 Prozent vom Barwert des Annuitätenzuschusses gerechnet wird.

Hinweis:
Im Falle einer nicht widmungsgemäßen Verwendung oder des Verkaufes der mit Förderung sanierten Wohnung ist der Bauzuschuss zurückzuzahlen, wobei sich der Rückzahlungsbetrag für jedes Jahr der widmungsgemäßen Verwendung um 1/15 der ursprünglichen Förderung verringert.

Werden Wohnungen von juristischen Personen vermietet, kann für diese Wohnungen kein Bauzuschuss bewilligt werden.

Ausmaß der Annuitätenzuschüsse:

20-Prozent Annuitätenzuschuss

  • wird gewährt wenn eine Sanierung ohne Verbesserung des Energiestandards durchgeführt wird, dies ist der Fall bei Nichterreichen der nächsthöheren Förderstufe, und wenn die für eine 25 Prozent, 30 Prozent, 35 Prozent Förderung notwendige energietechnische Anforderung durch frühere Maßnahmen bereits erreicht wurde; das heißt, dass die durchgeführten Maßnahmen zu keiner Verbesserung des Energiestandards des Gebäudes führen (z.B. Elektro-, Wasserinstallationen, Grundrissänderungen),
  • für einzelbauteilbezogene Sanierungsmaßnahmen an der Außenhülle des Gebäudes (z.B. Außenisolierungen, Fenster), wenn die entsprechenden Vorgaben (Mindest-Dämmstärken bzw. U-Werte) eingehalten werden.
    • Außendecken/Dach/oberste Geschossdecke ≤ 0,15 W/m²K
    • Dachschrägen ≤ 0,18 W/m²K
    • Fenster und Türen gegen Außenluft ≤ 1,20 W/m²K gemäß Prüfungszeugnis
    • Außenwände und Wände gegen den Dachraum und Garagen ≤ 0,25 W/m²K
    • Decken und Wände zu unbeheiztem Keller ≤ 0,35 W/m²K, im Fall einer Fußbodenheizung ≤ 0,28 W/m²K

    • Erdberührte Wände und Fußböden ≤ 0,35 W/m²K
    • Unbeheizter Keller gegen Außenluft ≤ 0,5 W/m²K
    • Dämmstärke Fensterleibung ≥ 3 cm (die angegebene Mindest-Dämmstärke bezieht sich auf eine Wärmeleitfähigkeit von 0,04 W/mK)
    • Fensterglas (bei Tausch nur des Glases) ≤ 1,10 W/m²K
    • Decken gegen Garagen ≤ 0,25 W/m²K.

      Alle zu sanierenden/neuen Außenbauteile müssen den angeführten Werten entsprechen.

25, 30, 35 und 40 Prozent Annuitätenzuschuss

Entsprechend der energetischen Qualität des Gebäudes nach der Sanierung wird ein höherer Annuitätenzuschuss gewährt, wenn der spezifische brutto-grundflächenbezogene Heizwärmebedarf bezogen auf das Referenzklima gemäß OIB-Richtlinie 6 folgende Werte erstmalig nicht übersteigt:

25 Prozent Annuitätenzuschuss:  
AB/VB größer gleich 0,8 .......... 75 kWh/m²a
AB/VB kleiner gleich 0,2 .......... 35 kWh/m²a
AB/VB zwischen 0,2 und 0,8 ... linear ansteigend von 40 bis 75 kWh/m²a oder 21,66 + 66,66 * AB/V
   
30 Prozent Annuitätenzuschuss:  
AB/VB größer gleich 0,8 .......... 60 kWh/m²a
AB/VB kleiner gleich 0,2 .......... 30 kWh/m²a
AB/VB zwischen 0,2 und 0,8 ... linear ansteigend von 30 bis 60 kWh/m²a oder 20 + 50 * AB/VB
   
35 Prozent Annuitätenzuschuss:  
AB/VB größer gleich 0,8 .......... 45 kWh/m²a
AB/VB kleiner gleich 0,2 .......... 22,5 kWh/m²a
AB/VB zwischen 0,2 und 0,8 ... linear ansteigend von 22,5 bis 45 kWh/m²a oder 15 + 37,5 * AB/V
   
Minimalenergiehaus  
40 Prozent Annuitätenzuschuss: 15 kWh/m²a
   

Bei Gebäuden, deren durchschnittliche Brutto-Raumhöhe hBrutto mehr als 3,1 m beträgt, ist für die Einstufung der Höhe des Annuitätenzuschusses die Energiekennzahl mit dem Faktor (3,1/hBrutto) zu multiplizieren und mit dem Grenzwert zu vergleichen.

Die Erneuerung und Umstellung der Heizungsanlage wird mitgefördert, wenn es sich um ein innovatives, klimarelevantes System (wie im Antragsformular angegeben) handelt.
Im Zuge der Förderung einer gesamthaften thermischen Sanierung ist im Falle eines Zentralheizungssystems auf Basis des neuen Energiestandards eine Überprüfung der Heizungs- und Warmwasseraufbereitungsanlage vorzunehmen.
Die Einhaltung der ökologischen Mindestkriterien und sonstigen technischen Vorgaben wie z.B. der Mindest-U-Werte ist Voraussetzung für die Bewilligung eines Annuitätenzuschusses.
Bei der energetischen Sanierung von Mietwohnungen ist der Nachweis einer positiven Kosten-/Nutzenrechnung zu erbringen
Ausgenommen von den Anforderungen an die Energiekennzahl sind denkmalgeschützte Gebäude.

Ausmaß des Darlehens:
Die Höhe des Darlehens zu dem Annuitätenzuschüsse gewährt werden, beträgt maximal 80 Prozent der förderbaren Kosten, jedoch höchstens 800 Euro pro m²  Wohnnutzfläche.

Sanierung in Ortskernen:
Wenn die Sanierung in Ortskernen durchgeführt wird beträgt die Höhe des mit Annuitätenzuschüssen geförderten Darlehens 80 Prozent der förderbaren Kosten jedoch höchstens 1000 Euro pro sanierter Nutzfläche. Bei denkmalgeschützten Objekten in Ortskernen gibt es keine Obergrenze pro sanierter Nutzfläche für das geförderte Darlehen.

Schaffung von neuem Wohnraum:
Beim Zu- und Einbau von Wohnräumen und Wohnungen werden maximal 90 pro Wohnung gefördert. Die Wohnnutzfläche je Wohnung darf 150 nicht übersteigen.

Die förderbare Summe (Darlehen), bis zu der Annuitätenzuschüsse gewährt werden, kann höchstens 80 Prozent der förderbaren Kosten, jedoch maximal 800 Euro pro neu geschaffener Wohnnutzfläche betragen.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

  • Die Erteilung der Baubewilligung des Gebäudes muss zum Zeitpunkt der Einbringung des Ansuchens mindestens 20 Jahre zurückliegen. Bei der Schaffung von Wohnungen in bisher nicht für Wohnzwecke genutzte Gebäude ist der Zeitpunkt der Erteilung der Baubewilligung nicht maßgebend, ebenso bei Gebäuden mit einem spezifischen bruttogrundflächenbezogenen Heizwärmebedarf bezogen auf das Referenzklima gemäß OIB-Richtlinie 6 von mehr als 100 kWh/m²a bei einem A/V-Verhältnis von 0,8, bzw. von 50 kWh/m²a bei einem A/V-Verhältnis von 0,2 (zwischen A/V=0,2 und A/V=0,8 ist linear zu interpolieren), wenn nach erfolgter Sanierung ein Wert von 60 kWh/m²a (bei A/V=0,8) bzw. 30 kWh/m²a (bei A/V=0,2) erreicht wird.
  • Die Errichtung und Umstellung von Heizungen wird nur mitgefördert, wenn es sich um innovative, klimarelevante Systeme (wie im Antragsformular angegeben) handelt.
  • Die Sanierungskosten müssen 43 Euro pro sanierter Nutzfläche übersteigen.
  • Förderbar sind nur solche Sanierungsmaßnahmen, die durch gewerblich befugte Unternehmen durchgeführt oder deren Vornahme durch Materialrechnungen in Höhe von jeweils mindestes 1000 Euro nachgewiesen werden.
  • Die Umsatzsteuer wird nicht gefördert.
  • Zusätzlich zu den nachgewiesenen förderbaren Kosten können Baunebenkosten bis zu einer Höhe von 5 Prozent bzw. 9 Prozent, gegen Nachweis, berücksichtigt werden.
  • Förderungen anderer Stellen (auch Förderungen des Bundes für die thermischen Sanierung) und Versicherungsleistungen werden von der förderbaren Summe in Abzug gebracht, sodass sich das bezuschusste Darlehen um diesen Anteil verringert.
  • Bei Eigentumswohnungen ist das bezuschusste Darlehen bzw. der Bauzuschuss auf die geförderten Wohnungen aufzuteilen und der Förderungsstelle eine entsprechende Aufstellung nach erfolgter Endabrechnung vorzulegen. Die Anweisung der Annuitätenzuschüsse durch die Förderungsstelle kann nur in einem Betrag erfolgen, Anweisungen je Wohnung sind nicht möglich.
  • Eine Sanierung von Mietwohnungen ist nur bei Einhaltung der Voraussetzungen gemäß § 4 Abs. 6 der Oö. Wohnhaussanierungs-Verordnung 2012 förderbar.
  • Die Ökologischen Mindestkriterien und Berechnungshinweise gemäß der Oö. Wohnhaussanierungs-Verordnung 2012 sind einzuhalten.

Welche Voraussetzungen müssen Eigentümer bzw. Mieter erfüllen?

  • Eine geförderte Wohnung muss zur Befriedigung eines dauernden Wohnbedürfnisses regelmäßig verwendet werden (Hauptwohnsitz).
  • Beim Verkauf einer Wohnung im Wohnungseigentum hat der Käufer die Wohnung selbst zu beziehen. Wird eine Wohnung zu einem späteren Zeitpunkt nicht mehr für Wohnzwecke genützt, so ist dies zu melden.
  • Eine Förderung kann nur dann gewährt werden, wenn bei Neubezug einer sanierten Wohnung die bisherige Eigentumswohnung bzw. das Eigenheim nachweislich weitervermietet oder die Wohnung verkauft wird. An der bisherigen Wohnung darf kein Nebenwohnsitz bestehen bleiben.
  • Ehepaare und eingetragene Paare müssen den selben Hauptwohnsitz haben.
  • Wird einem Hauseigentümer eine Förderun gewährt, darf eine Neuvermietung oder ein Verkauf von Wohnungen nur an förderbare Personen, deren Einkommen bestimmte Einkommensobergrenzen nicht übersteigen (siehe "Begriffe zum Thema Wohnen") erfolgen. Dies gilt nicht, wenn es sich beim Erwerber um einen Verwandten in gerader Linie einschließlich der Wahlkinder, handelt.

Abwicklung / Antragstellung

Der Antrag ist mittels Formular an die Direktion Soziales und Gesundheit, Abteilung Wohnbauförderung zu richten.

Mit der Bauausführung darf vor Annahme der Zusicherung (Schreiben der Direktion Soziales und Gesundheit, Abteilung Wohnbauförderung) nicht begonnen werden.

Formular

Wenn Sie Fragen dazu haben, wenden Sie sich bitte an:

Amt der Oö. Landesregierung • 4021 Linz, Landhausplatz 1 • Telefon (+43 732) 77 20-0 E-Mail post@ooe.gv.at