Amt der Oö. Landesregierung
4021 Linz • Landhausplatz 1

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Eigenheim bzw. Errichtung einer zweiten Wohnung

Gefördert wird die Errichtung von Eigenheimen durch die Gewährung eines nicht rückzahlbaren Zinsenzuschusses.

Wer wird gefördert?

Förderbar sind grundsätzlich jene Personen, die Eigentümer der zu verbauenden Liegenschaft sind, das geförderte Eigenheim mit Hauptwohnsitz beziehen und ihre bisherigen Miet- und Eigentumsrechte der letzten fünf Jahre aufgeben.

Einkommensgrenzen
Das Jahreshaushaltseinkommen besteht aus der Summe der Einkommen des Förderungswerbers und des im gemeinsamen Haushalt lebenden Ehegatten, Lebensgefährten oder eingetragenen Partners und darf folgende Einkommensgrenzen nicht übersteigen:

1 Person 37.000 Euro
2 Personen 55.000 Euro
Für jede weitere Person im gemeinsamen Haushalt ohne Einkommen zusätzlich 5.000 Euro
Alimentationsverpflichtungen pro Kind zusätzlich 5.000 Euro

Das Jahreshaushaltseinkommen besteht aus den Bruttoeinkünften abzüglich der Werbungskosten (z.B. Sozialversicherung, Pendlerpauschale etc.) gemäß § 16 Einkommensteuergesetz 1988 und der einbehaltenen Lohnsteuer.
Familienbeihilfe, Unterhaltszahlungen für Kinder, gesetzlich geregelte Waisenrenten, Pflegegelder und Abfertigungen zählen nicht zum Einkommen.

Die Förderung wird um 25 Prozent, 50 Prozent bzw. 75 Prozent reduziert, wenn die Einkommensgrenzen um höchstens 10 Prozent, 20 Prozent bzw. 30 Prozent überschritten werden.

Einkommensnachweise:

  1. Arbeitnehmer, die nicht zur Einkommensteuer veranlagt sind:
    Lohnzettel bzw. Einkommensteuerbescheid gemäß Arbeitnehmerveranlagung
  2. Zur Einkommensteuer veranlagte Personen:
    Letzter Einkommensteuerbescheid
  3. Landwirte:
    Letzter land- und forstwirtschaftlicher Einheitswertbescheid
  4. Kinderbetreuungs- und Wochengeld, bedarfsorientierte Mindestsicherung, Notstandshilfe u.dgl., Bestätigung über den Bezug von Arbeitslosengeld
  5. Antragsteller, die nicht aus dem EWR-Raum stammen, müssen ununterbrochen und rechtmäßig mindestens fünf Jahre in Österreich ihren Hauptwohnsitz haben und Einkünfte beziehen, die der Einkommensteuer in Österreich unterliegen oder auf Grund der Ausübung einer Erwerbstätigkeit Beiträge an die gesetzliche Sozialversicherung in Österreich entrichtet haben und nunmehr Leistungen aus dieser erhalten (§ 6 Abs. 9 Oö. WFG 1993 i.d.F. LGBl. 59/2013) sowie innerhalb der letzten fünf Jahre 36 Monate lang oben genannte Leistungen oder Einkünfte bezogen haben.

Was wird gefördert?

Die Errichtung von Eigenheimen mit maximal zwei Wohnungen.

Die Errichtung einer zweiten Wohnung innerhalb von 10 Jahren ab Datum der ursprünglichen Baubewilligung des Eigenheims.

Das Ansuchen ist von der Eigentümerin bzw. vom  Eigentümer der Liegenschaft einzureichen.

Jede Wohnung muss eine Mindestgröße von 80 aufweisen.

Wie wird gefördert?

  1. Zinsenzuschüsse zu einem Hypothekardarlehen der Oberösterreichischen Landesbank Aktiengesellschaft mit einer Laufzeit von 30 Jahren oder
  2. Einmaliger nicht rückzahlbarer Zuschuss in Höhe von 6 % des geförderten Hypothekardarlehens
    ACHTUNG: Eine Antragstellung für diese Förderung ist nur bis zum  31.12.2016 möglich
Niedrigenergiehaus 50.000 Euro
Niedrigstenergiehaus 53.000 Euro
Minimalenergiehaus 61.000 Euro

Konkrete Erläuterungen zum Niedrig-, Niedrigst- bzw. Minimalenergiehaus finden Sie in der "Bauteilbeschreibung Neubau" im Antragsformular.

Errichtung einer zweiten Wohnung
(innerhalb von 10 Jahren ab Datum der Baubewilligung für die 1. Wohnung)

Das geförderte Hypothekardarlehen beträgt höchstens 20.000 Euro bei der Errichtung einer zweiten Wohnung, wenn sie innerhalb von 10 Jahren ab Baubewilligung errichtet wird. Die zweite Wohnung muss mit Hauptwohnsitz von nahestehenden Personen im Sinne des § 2 Z. 14 Oö. WFG 1993 bewohnt werden (Verwandte in gerader Linie einschließlich der Wahlkinder, Verwandte im zweiten Grad der Seitenlinie, Verschwägerte in gerader Linie und Verschwägerte im zweiten Grad der Seitenlinie). Die Anweisung der Zinsenzuschüsse bei der zweiten Wohnung erfolgt erst nach Nachweis des Bezugs mit Hauptwohnsitz.
Die Wohnung hat eine Mindestgröße von 80m² aufzuweisen. Für die Errichtung einer zweiten Wohneinheit gibt es keine zusätzlichen Steigerungsbeträge (Kinder, Barrierefreiheit, Ökobonus).

Steigerungsbeträge
Zusätzlich zum Sockelbetrag werden Steigerungsbeträge gewährt:

  1. Kinder:
    Das geförderte Hypothekardarlehen erhöht sich um 12.000 Euro für jedes Kind, das zum Zeitpunkt der Antragstellung mit Hauptwohnsitz im gemeinsamen Haushalt des Förderungswerbers lebt, wenn der/die Grundeigentümer/in oder der/die Ehegatte/in für das Kind Familienbeihilfe bezieht. Für Kinder, die innerhalb von fünf Jahren ab Datum der Zusicherung geboren werden, kann der Förderungsnehmer eine Erhöhung des geförderten Hypothekardarlehens um 12.000 Euro beantragen. Die Zuzählung dieses Betrages erfolgt jedoch vermindert um die seit Laufzeitbeginn fiktiv angefallenen Kapitaltilgungsbeträge bei angenommener gleichzeitiger Auszahlung beider Darlehensverträge. Die ursprüngliche Darlehenslaufzeit wird durch diese Aufstockung nicht verändert.
  2. Barrierefreiheit:
    Das geförderte Hypothekardarlehen erhöht sich um 3.000 Euro, wenn das Eigenheim barrierefrei errichtet wird.
    Für barrierefreies Bauen sind folgende Kriterien zu beachten und zu erfüllen:
    1. Der Zugang zum Wohnhaus, zum Wohnschlafraum, zum WC, zur Dusche und zur Küche in der Eingangsebene muss barrierefrei errichtet werden.
    2. Die Installationen im Sanitär- und Badbereich müssen so ausgeführt werden, dass eine nachträgliche rollstuhlgerechte Nutzung ohne weitergehende bauliche Maßnahmen möglich ist.
      Eine nachträgliche Verlegung von Sanitäranschlüssen und Leitungen darf nicht erforderlich sein. Diese Nutzungsmöglichkeit ist mit einem maßgenauen Detailplan nachzuweisen.
    3. Die Türen müssen eine Durchgangslichte von mindestens 80 cm haben.
  3. Verwendung ökologischer Dämmstoffe:
    Werden ökologische Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen verwendet, so erhöht sich das geförderte Hypothekardarlehen um 8.000 Euro. Sämtliche Außenbauteile (Außenwand, oberste Decke/Dach, Kellerdecke, erdanliegender Boden – ausgenommen erdberührende Dämmung) müssen zu 100 % mit nachwachsenden ökologischen Dämmstoffen versehen werden. Zusätze gegen Feuer, Wasser und Schädlinge sowie Stützfasern sind zulässig. Nachwachsende ökologische Dämmstoffe sind z.B. Flachs, Hanf, Holzfaser, Schafwolle, Stroh, Zellulose und Kork. Die Wärmeleitfähigkeit muss ≤ 0,06 W/mK sein (Lambda-Wert).

FÖRDERUNGSVORGANG:

  1. Energiesparende Bauweise
    Der Nachweis über die Energiekennzahl erfolgt durch einen kostenlosen energetischen Befund des O.Ö. Energiesparverbands.
    Zu diesem Zweck senden Sie bitte die "Bauteilbeschreibung Neubau" (siehe Antragsformular), eine Kopie Ihres Bauplans und eine Kopie Ihres Energieausweises (falls vorhanden) direkt an den Energiesparverband, Landstraße 45, 4020 Linz.
    Tipp: Senden Sie die Unterlagen an den Energiesparverband wenn möglich bereits vor Ihrer Antragstellung bei der Abteilung Wohnbauförderung. Wenn der energetische Befund bereits bei Antragstellung vorliegt, verkürzt sich die Bearbeitungszeit in der Abteilung Wohnbauförderung wesentlich! 
  2. Vorzeitiger Baubeginn
    Mit dem Bau darf erst nach Erteilung des vorzeitigen Baubeginns durch die Direktion Soziales und Gesundheit, Abteilung Wohnbauförderung, begonnen werden. Voraussetzung ist ein vollständig ausgefülltes und mit allen erforderlichen Unterlagen versehenes Ansuchen.
    Es erfolgt eine fördertechnische und energietechnische Überprüfung, die mehrere Wochen in Anspruch nehmen kann. Sollten Fragen diesbezüglich auftauchen, wird die Abteilung mit der Förderungswerberin bzw. mit dem Förderungswerber in Kontakt treten.
    Es wird darauf hingewiesen, dass die Zustimmung zum Baubeginn keinen Rechtsanspruch auf die Förderung begründet.
  3. Förderungszusicherung
    Die Bewilligung und die Förderungszusicherung erfolgen nach Maßgabe der vorhandenen Mitteln.
    Voraussetzung für die Auszahlung des Hypothekardarlehens ist die grundbücherliche Sicherstellung und Fertigstellung des Rohbaus mit Bedachung.
    Die Auszahlung des einmaligen nicht rückzahlbaren Zuschusses erfolgt nach Bezug des geförderten Eigenheims, Aufgabe der bisherigen Wohnrechte und Erfüllung aller energetischen Auflagen.

Voraussetzungen der Darlehensauszahlungen:

Die Oö. Landesbank Aktiengesellschaft wird von Ihnen folgende Unterlagen anfordern:

  • Rohbaubestätigung (mit Dach); Ausstellung erfolgt durch die Gemeinde.
  • Rücksendung des gerichtlich oder notariell beglaubigten Schuldscheines.
  • Der Oö. Landesbank Aktiengesellschaft bleibt es unbenommen, weitere erforderliche Nachweise, vor allem im Hinblick auf die Absicherung des Darlehens, zu verlangen. 

Rückzahlung:

Die Laufzeit beträgt 30 Jahre.

Durch die Zinsenzuschüsse des Landes Oberösterreich ergeben sich für den/die Förderungswerber/in folgende Obergrenzen für die Verzinsung bzw. auf Basis dieser Obergrenzen folgende Rückzahlungsraten (Annuitäten in Prozent der ursprünglichen Darlehenshöhe): 

 Laufzeit  Verzinsung (Zinsobergrenze)

 Annuität (Zinsen und Tilgung)

 1. bis 5. Jahr  1 %   1,5 %
 6. bis 10. Jahr  2 %   3 %
 11. bis 15. Jahr  4 %   5 %
 16. bis 20. Jahr  5 %   7 %
21. bis 30. Jahr  6 %   9,5 %

Sollte der Basiszinssatz unterhalb der vom Land Oberösterreich garantierten Obergrenze liegen, verkürzt sich die Darlehenslaufzeit entsprechend. Nach Ablauf von 5 Jahren kann der Zinsenzuschuss neu bemessen werden, wenn sich z.B. das Einkommen oder das Zinsniveau in der Zwischenzeit wesentlich geändert haben. Die Zinsenzuschüsse können auch zur Gänze entfallen, wenn die Einkommensgrenzen, die die Voraussetzung der Förderbarkeit bilden, überschritten werden.

Beispiel Rückzahlungsrate:
Familie mit 2 Kindern, barrierefreies Niedrigenergiehaus

Darlehenshöhe 77.000 Euro

 1. bis 5. Jahr   1,5 %   96,25 Euro
 6. bis 10. Jahr   3 %    192,50 Euro
 11. bis 15. Jahr   5 %  320,83 Euro
 16. bis 20. Jahr   7 %    449,17 Euro
 21. bis 30. Jahr   9,5 %   609,58 Euro

Aus der Förderung erwachsen Ihnen nachstehende Verpflichtungen:

  • Bezug des geförderten Eigenheims innerhalb von längstens drei Jahren ab Datum der Zusicherung.
  • Aufgabe sämtlicher Wohnungen (Miet- und Eigentumswohnungen), die in den letzten fünf Jahren, gerechnet vom Zeitpunkt der Förderungszusicherung, bewohnt wurden, spätesten sechs Monate nach Bezug des geförderten Eigenheims.
  • Widmungsgemäße Verwendung, das heißt das Wohnobjekt muss vom Förderungsnehmer selbst mit Hauptwohnsitz bewohnt werden. Ehepaare und eingetragene Partner müssen denselben Hauptwohnsitz haben. Eine geförderte zweite Wohnung muss mit Hauptwohnsitz von nahestehenden Personen (siehe Errichtung einer 2. Wohnung) bewohnt werden.

Werden diese Verpflichtungen nicht erfüllt, erfolgt die Einstellung bzw. Rückforderung der Zinsenzuschüsse!

  • Bei Inanspruchnahme des einmaligen nicht rückzahlbaren Zuschusses sind die Förderungsauflagen analog der Hypothekardarlehensvariante für 30 Jahre einzuhalten. Bei Verkauf der Liegenschaft ist der Förderungsnehmer verpflichtet, den Umstand, dass das Eigenheim gefördert errichtet wurde, nachweislich mit dem Käufer zu kommunizieren.

Wichtige Hinweise:

  1. Jede Wohnung hat eine Mindestgröße von 80 aufzuweisen.
  2. Eigenheime mit einer NEZ* von mehr als 45 kWh/m²a werden nicht gefördert.
    (NEZ* ist die Nutzheizenergiekennzahl ohne Einrechnung der Wärmerückgewinne aus Lüftungsanlagen).
  3. Kohle, Heizöl und Elektroheizungen als Hauptheizsystem dürfen nicht verwendet werden.
  4. Förderungsvoraussetzung ist der Einsatz eines der unter den Energiestandards (Konkrete Hinweise - siehe beiliegende "Bauteilbeschreibung Neubau") angeführten innovativen klimarelevanten Systeme als Hauptheizsystem.
  5. Die Ökologischen Mindestkriterien sind einzuhalten (Konkrete Hinweise - siehe Antragsformular "Bauteilbeschreibung Neubau"). Es können jederzeit stichprobenartig Kontrollen bezüglich der Einhaltung der Anforderungen durchgeführt werden.
  6. Grundlagen für die Bewertung der Förderungshöhe bilden der energetische Befund, der diesem Befund zugrunde liegende Bauplan und die diesem Befund zugrunde liegende "Bauteilbeschreibung Neubau".

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Folgende Unterlagen werden benötigt:

Bitte übermitteln Sie keine Originalunterlagen, da diese nicht retourniert werden können.

  • Aktueller Grundbuchsauszug
  • Rechtskräftiger Baubewilligungsbescheid
  • Energetischer Befund des Energiesparverbands
    Zu diesem Zweck senden Sie bitte die "Bauteilbeschreibung Neubau" (siehe Beilage), eine Kopie Ihres Bauplans und eine Kopie Ihres Energieausweises (falls vorhanden) direkt an den Energiesparverband, Landstraße 45, 4020 Linz
  • Färbige Ausfertigung oder Farbkopie des baubehördlich genehmigten Bauplans
  • Einkommensnachweis für das vorangegangene Kalenderjahr der (des) Förderungswerber(s) und deren Ehegatten bzw. Lebensgefährten und eingetragene Partner. Der Nachweis ist zu erbringen durch Jahreslohnzettel, gegebenenfalls Einkommensteuer- bzw. Einheitswertbescheid, Bestätigung über Bezug von Arbeitslosen-, Kinderbetreuungs- und Wochengeld, bedarfsorientierte Mindestsicherung, Notstandshilfe u.dgl.
  • Bestätigung des Finanzamts über den Bezug von Familienbeihilfe
  • Antragsteller, die nicht aus dem EWR-Raum stammen, haben den ununterbrochenen Aufenthalt in Österreich von mehr als fünf Jahren mittels Meldebestätigung(en) nachzuweisen und für diesen Zeitraum Einkommens- bzw. Leistungsnachweise von mindestens 36 Monaten vorzulegen.

Hinweis:
Eine Bearbeitung ist nur dann möglich, wenn alle erforderlichen Unterlagen angeschlossen sind.

Abwicklung / Antragstellung

Der Antrag ist mittels Formular an die Direktion Soziales und Gesundheit, Abteilung Wohnbauförderung, zu richten.

Ab Erhalt der Darlehenszusicherung empfehlen wir, direkt mit der Oö. Landesbank Aktiengesellschaft (Tel. 0732/7639-0) das Einvernehmen herzustellen.

Für Fragen zur energiesparenden Bauweise, zum energetischen Befund, zur barrierefreien Bauweise sowie zu ökologischen Dämmstoffen und ökologische Mindestkriterien steht auch der Energiesparverband, 4020 Linz, Landstraße 45, Tel. 0800/205 206 kostenlos oder Tel. 0732/7720-14860 zur Verfügung.

Formular

Wenn Sie Fragen dazu haben, wenden Sie sich bitte an:

Amt der Oö. Landesregierung • 4021 Linz, Landhausplatz 1 • Telefon (+43 732) 77 20-0 E-Mail post@ooe.gv.at