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Lärmbericht Raum Linz

Auf Grundlage des bereits bestehenden Lärm-Immissionskatasters bietet der vorliegende "Lärmbericht Raum Linz 2001" eine Übersicht über die Lärmsanierung sowie den Bedarf an weiteren Sanierungsmaßnahmen für bewohnte Gebiete.

Auf Grundlage des bereits bestehenden Lärm-Immissionskatasters für Linz und die 16 Umlandgemeinden bietet der vorliegende "Lärmbericht Raum Linz 2001" eine Übersicht über Lärmsanierung sowie den Bedarf an weiteren Sanierungsmaßnahmen für bewohnte Gebiete.

Im Jahr 1994 wurde damit begonnen, das Projekt eines Lärmkatasters für den Raum Linz zu verwirklichen. Dabei wurden für das gesamte Untersuchungsgebiet die Immissionen der Lärmquellen Straße, Schiene, Luftverkehr, Schifffahrt und relevante Industriebetriebe berücksichtigt.

Belastung der Bevölkerung

Betrachtet man das Ergebnis der Verteilung der Personen in den Lärmzonen, so zeigt sich, dass sowohl in Linz als auch in den Umlandgemeinden tagsüber rund 30 Prozent der Bewohner in Gebieten mit Pegeln über 55 dB leben. 55 dB entsprechen dabei dem Richtwert für Wohngebiete am Tag. Zur Nachtzeit, bezogen auf den Richtwert für Wohngebiete von 45 dB, leben in den Umlandgemeinden rund 46 Prozent der Bewohner in Gebieten mit höherer Belastung, in Linz sind es sogar mehr als 53 Prozent. Diese Werte zeigen den Handlungsbedarf für die Umsetzung von Lärmschutzmaßnahmen.

Aus der im Immissionskataster ausgewiesenen Gesamtbelastung wurden "Konfliktkarten" errechnet, die aufzeigen, wie weit die Planungsrichtwerte laut ÖNORM S 5021 in den einzelnen Flächenwidmungskategorien überschritten werden

Lärm - Einwohner – Gleichwert

Um die Zahl der betroffenen Einwohner in den "Konfliktgebieten" zu berücksichtigen, wurden Lärm-Einwohner-Gleichwerte, kurz EGW, berechnet. Der EGW verknüpft die Einwohnerdichte (Personen/Hektar) mit der in diesem Gebiet auftretenden Überschreitung der Planungsrichtwerte. Die Auswertungen der EGW zeigen, dass hohe Lärm-Einwohner-Gleichwerte überwiegend im Einflussbereich von Straße und Schiene auftreten.

Die Gebiete im Bereich der Schiene werden im Projekt "ÖBB-Bestands-Streckensanierung" berücksichtigt. Eine entsprechende Lärmsanierung ist damit sichergestellt bzw. teilweise bereits realisiert. In der weiteren Vorgangsweise wird daher nur mehr auf straßenverkehrsbedingte Konfliktbereiche eingegangen.

Es lässt sich auf Grundlage der Lärm-Einwohner-Gleichwerte eine "Dringlichkeitsreihung" vornehmen. Dazu wurden die EGW in drei Stufen aufgeteilt, wobei jedoch, um eine effiziente Betrachtung zu ermöglichen, nur die ersten beiden Stufen, EGW-Priorität 1 bzw. EGW-Priorität 2, verwendet wurden. Diese EGW-Prioritäten dienten nun dazu die Sanierungsgebiete für die weitere Untersuchung festzulegen.

Die folgende Tabelle zeigt die Anzahl der Gebiete in der jeweiligen EGW-Priorität.

Anzahl der Gebiete

Linz

Umland

EGW-Priorität 1

32

7

EGW-Priorität 2

49

45

Sanierungspriorität

Um die einzelnen Konfliktzonen aus den Einwohnergleichwertkarten mit den lärmtechnischen Sanierungsmöglichkeiten vergleichen zu können, wurde ein Bewertungsmodell entwickelt, welches durch gezielte Zuordnung von Sanierungskriterien einen statistischen Vergleich ermöglicht. Dieses Bewertungsmodell ist aus der praktischen Erfahrung im Zusammenhang mit der Setzung von Lärmschutzmaßnahmen und in der Diskussionen von Expertenteams festgelegt worden.

Unter Berücksichtigung der EGW-Priorität, die von der Höhe der Richtwertüberschreitung und der Bewohnerdichte abhängig ist, kann nun jedes Konfliktgebiet den Sanierungsprioritäten 1, 2 bzw. 3 zugeordnet werden. Dabei bedeutet 1 eine hohe und 3 eine niedrige Sanierungspriorität.

Anzahl der Gebiete

Linz

Umland

Sanierungspriorität 1

16

7

Sanierungspriorität 2

38

16

Sanierungspriorität 3

27

29

Mögliche Lärmschutzmaßnahmen in den Konfliktgebieten:

Ergebnis
Die Ergebnisse dieser Untersuchung zeigen einen hohen Handlungsbedarf im Bereich der Verkehrsplanung. Dabei ist zu beachten, dass gezielte lärmschutzorientierte Verkehrsplanungen oft kostenintensive Straßenprojekte (Umfahrungen) erfordern. Maßnahmen zur Vermeidung von Individualverkehr wie insbesondere der Ausbau öffentlicher Verkehrsmittel sind bei der Verkehrsplanung in den Vordergrund zu stellen.
 

Maßnahmen der Raumplanung sind aus lärmschutztechnischer Sicht eine wirksame Maßnahme, um vor allem im Hinblick auf die Problemvermeidung aktiven Lärmschutz zu betreiben. Hier ist im innerstädtischen Bereich wie auch in den Umlandgemeinden ein Handlungsbedarf gegeben, wobei zu bemerken ist, dass vor allem in den letzten Jahren diese Belange verstärkt berücksichtigt wurden. Um Lärmprobleme zu vermeiden oder zu lösen kommt der Raumordnung eine Schlüsselrolle zu.
 

Zum Tunnelbau wird bemerkt, dass gegen die immensen Kosten die Vorteile einer hohen Schallschutzwirkung und die Beibehaltung bzw. Hebung der Wohnqualität abzuwägen sind.
 

Fahrverbote und Geschwindigkeitsbeschränkungen als verkehrslenkende Maßnahmen können im Einzelfall eine deutliche Lärmminderung bewirken. Im Zusammenhang mit dem doch relativ hohen Handlungsbedarf bei Geschwindigkeitsbeschränkungen ist aber zu bedenken, dass Geschwindigkeitsbeschränkungen nur dann die erwünschten lärmmindernden Wirkungen erzielen, wenn begleitende Maßnahmen, wie z.B. drastische Rückbauten von Verkehrswegen, erfolgen.
 

Die mit Sicherheit gängigste Variante von Lärmschutzmaßnahmen stellen Lärmschutzwände bzw. Lärmschutzwälle dar. Der Vorteil ist, dass durch straßenseitige Lärmschutzmaßnahmen auch der Freiraumschutz (Gärten und dergleichen) erzielt werden kann. Es muss jedoch bedacht werden, dass der Errichtung von Lärmschutzwänden und -wällen oftmals die Ortsbildfrage gegenübersteht.
 

Der relativ geringe Handlungsbedarf im Zusammenhang mit lärmmindernden Straßenbelägen ergibt sich vor allem in der beschränkten Einsetzbarkeit, da bei geringen Geschwindigkeiten das Motorgeräusch dominiert und der lärmmindernde Straßenbelag daher keine bzw. kaum eine Wirkung aufweist. Dem stehen die hohen Kosten und die beschränkte Dauer der Wirksamkeit gegenüber.
 

Die Voraussetzungen für die Förderung von Schallschutzfenstern bestehen in Form von Förderungsrichtlinien seit geraumer Zeit. Das Förderangebot wird zu einem hohen Anteil angenommen.

Zusammenfassung und Ziele
Der vorliegende Bericht gibt einen Überblick über den Stand der Lärmsanierung und das noch vorhandene Potential in den Sanierungsgebieten im Raum Linz und bildet die Basis für:

  • die Erfassung von Problemgebieten,
  • das Aufzeigen von möglichen Lösungsansätzen,
  • die Reihung der Sanierungsdringlichkeit,
  • die Beobachtung der weiteren Entwicklung,
  • erforderliche Detailplanungen und
  • die künftigen Entwicklungen in der EU.

Um in Zukunft Sanierungsgebiete möglichst erst gar nicht entstehen zu lassen, ist es notwendig, die Grundsätze der Lärmminderungsplanung in allen relevanten Bereichen, insbesondere in der Verkehrsplanung und Raumplanung, bereits im Vorfeld zu berücksichtigen.

Es gilt vor allem der Grundsatz:

"Lärm-Vermeidung statt Lärm-Sanierung"

Wenn Sie Fragen dazu haben, wenden Sie sich bitte an:

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