Bezirkshauptmannschaften Grieskirchen und Eferding
Manglburg 14 • 4710 Grieskirchen

Telefon (+43 7248) 603-0
Fax (+43 732) 7720-264399

E-Mail bh-gr-ef.post@ooe.gv.at
www.bh-eferding.ooe.gv.at

Angebote für Menschen mit Beeinträchtigungen

Mobile Betreuung, sonstige Maßnahmen zur beruflichen Integration, mobile Begleitung, Frühförderung und vieles mehr.

Einleitend wird festgehalten, dass die Antragstellung neben den Bezirksverwaltungsbehörden auch bei der Landesregierung, den Gemeinden, den Sozialberatungsstellen sowie den Trägereinrichtungen erfolgen kann. Diese Stellen haben die Verpflichtung die Anträge an die zuständige Bezirksverwaltungsbehörde weiterzuleiten.


 

 

 

Heilbehandlung

Heilbehandlung ist zu leisten, wenn dadurch eine Beeinträchtigung beseitigt oder verringert oder deren Verschlechterung verhindert werden kann. Als Maßnahmen kommen Therapien (zB Hippotherapie, Konduktive Mehrfachtherapie), ärztliche Hilfe sowie ambulante und stationäre Betreuung als selbständige, begleitende oder nachfolgende Behandlungsmaßnahme in Kranken-, Kur- oder sonstigen Heilanstalten in Betracht.

INFO:

Die Kosten von anerkannten Therapien (zB Physio- und Ergotherapie oder Logopädie) werden zum Großteil von Krankenversicherungsträgern übernommen.

Frühförderung

Die Frühförderung ist eine ganzheitliche Förderung von Kindern bis zum Schuleintritt, die insbesondere durch mobile therapeutische, pädagogisch-psychologische oder vergleichbare Dienste erbracht werden kann. Kindern und Jugendlichen mit Beeinträchtigung ist Frühförderung zu leisten, um Beeinträchtigungen frühestmöglich zu verringern, Behinderungen zu beseitigen und um das Kind oder den Jugendlichen und dessen unmittelbares familiäres und soziales Umfeld zum Umgang mit der Beeinträchtigung zu befähigen.
Diese Maßnahme ist zu gewähren, wenn kein Anspruch nach dem Oö. Kinderbetreuungsgesetz oder nach dem Oö. Pflichtschulorganisationsgesetz 1992 geltend gemacht werden kann und es ist dafür ein Beitrag (10 Prozent der tatsächlichen Kosten) zu leisten.

 

Man unterscheidet zwischen:
Allgemeiner Frühförderung
  • für Kinder mit Entwicklungsverzögerungen, Beeinträchtigungen oder bei denen die Wahrscheinlichkeit des Eintretens von Beeinträchtigungen nicht ausgeschlossen werden kann

  • kann von Geburt an beantragt werden und endet mit dem Eintritt in einen Kindergarten mit Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen, oder in eine Wohneinrichtung bzw. spätestens mit dem Schuleintritt
  • der maximale Förderrahmen beträgt 40 Fördereinheiten (maximal 90 Minuten) jährlich und wird befristet, längstens für zwei Jahre gewährt

  • für Weitergewährung ist ein neuerlicher begründeter Antrag notwendig

Sehfrühförderung
  • für blinde Kinder, Kinder mit angeborenen oder erworbenen, erheblichen Sehschädigungen oder bei denen eine erhebliche Störung der Sehwahrnehmungen im Rahmen von Mehrfachbeeinträchtigungen besteht
  • kann von Geburt an beantragt werden und endet spätestens mit dem Schuleintritt
  • der maximale Förderrahmen beträgt 40 Fördereinheiten (60, 90, 120, 150 oder 180 Minuten) jährlich und wird befristet, längstens für zwei Jahre gewährt
  • für Weitergewährung ist ein neuerlicher begründeter Antrag notwendig
Frühe Kommunikationsförderung
  • für Kinder mit unzureichenden bzw. fehlenden Möglichkeiten zur lautsprachlichen Kommunikation
  • kann ab der Vollendung des zweiten Lebensjahres beantragt werden und endet spätestens mit dem Schuleintritt

  • der maximale Förderrahmen beträgt 40 Fördereinheiten (maximal 90 Minuten) jährlich und wird befristet, längstens für zwei Jahre gewährt
  • für Weitergewährung ist ein neuerlicher begründeter Antrag notwendig

Schulassistenz

Die Schulassistenz ist eine Unterstützung von Schülerinnen und Schülern mit Beeinträchtigungen im Schulalltag, vor allem in lebenspraktischen Bereichen (zB Toilettengang, An- und Ausziehen, Essen), und bei der Bewältigung von schulischen Anforderungen. Kindern und Jugendlichen mit Beeinträchtigung ist Schulassistenz zu leisten, um Beeinträchtigungen frühestmöglich zu vermeiden oder zu verringern, Behinderungen zu beseitigen und um das Kind oder den Jugendlichen und dessen unmittelbares familiäres und soziales Umfeld zum Umgang mit der Beeinträchtigung zu befähigen.
Diese Maßnahme ist zu gewähren, wenn kein Anspruch nach dem Oö. Kinderbetreuungsgesetz oder nach dem Oö. Pflichtschulorganisationsgesetz 1992 geltend gemacht werden kann (zB AHS- oder BHS-Schülern, sowie Schülern in Übungs- oder Privatschulen).

 

Schulassistenz
  • für Kinder und Jugendliche mit Entwicklungsverzögerungen oder mit Beeinträchtigungen

  • kann ab dem Schuleintritt beantragt werden und endet spätestens mit Vollendung des 21. Lebensjahres

  • die maximal mögliche, wöchentliche Schulassistenzleistung wird unter Berücksichtung des individuellen Erfordernisses des Kindes festgelegt, die höchstmögliche Anzahl der Unterrichtseinheiten der betreffenden Schule darf nicht überschritten werden (eine Einheit je 60 Minuten inkl. Pause) und die Maßnahme wird längstens für ein Schuljahr gewährt

  • für Weitergewährung ist ein neuerlicher Antrag notwendig

Arbeit und fähigkeitsorientierte Aktivität

Fähigkeitsorientierte Aktivität ist eine Maßnahme, die die Teilnahme und die Mitwirkung an einem Arbeitsprozess sowie am Leben in der Gemeinschaft bietet und die eine organisierte Tagesstruktur mit vielfältigen, adäquaten und sinnvollen Tätigkeitsfeldern schafft.
Diese Maßnahme ist zu gewähren, um den Menschen mit Beeinträchtigungen einen angemessenen Arbeitsplatz sowie die Erhaltung und die Weiterentwicklung ihrer Fähigkeiten durch entsprechende Aktivität zu ermöglichen und es ist dafür fallweise vom Leistungsempfänger ein Beitrag zu leisten.

 

Als Maßnahmen kommen insbesonders in Betracht:
Berufliche Qualifizierung
  • für Menschen mit Beeinträchtigungen, die nachweislich keine Möglichkeit haben eine Lehre oder andere adäquate Ausbildung am allgemeinen Arbeitsplatz zu absolvieren, es jedoch realistisch erscheint, dass im Rahmen der Maßnahme die Zielsetzung der beruflichen Qualifizierung erreicht wird
  • kann ab der Beendigung der Schulpflicht beantragt werden
  • die Arbeitszeit beträgt mindestens 20, jedoch höchstens 38 Wochenstunden, die Maßnahme wird für drei Jahre gewährt
  • für Weitergewährung ist ein neuerlicher begründeter Antrag notwendig und kann maximal fünf Jahre bewilligt werden
Geschützte Arbeit
  • für Menschen mit Beeinträchtigungen, die auf einen Arbeitsplatz in einer geschützten Werkstätte oder einen geschützten Arbeitsplatz in Betrieben angewiesen sind, da andere Maßnahmen am allgemeinen Arbeitsmarkt nicht gegriffen haben
  • kann ab Beendigung der Schulpflicht beantragt werden und endet, wenn ein Anspruch auf Alterspension erworben wurde, spätestens aber mit Vollendung des 65. Lebensjahres

  • die Arbeitszeit beträgt mindestens 20, jedoch höchstens 38 Wochenstunden

Fähigkeitsorientierte Aktivität in Einrichtungen zur Arbeitsorientierung, Entwicklungsorientierung oder Tagesstrukturierung
  • für Menschen mit Beeinträchtigungen, die einer Tätigkeit nachkommen wollen, jedoch andere Arbeitsangebote nicht geeignet sind

  • kann ab Beendigung der Schulpflicht beantragt werden

Arbeitsassistenz
  • Arbeitsassistenz ist eine Maßnahme, die die Hilfestellung bei der Suche nach einem Arbeitsplatz, die Einschulung, die Beratung und die Hilfestellung bei auftretenden Schwierigkeiten am Arbeitsplatz sowie die Beratung von ArbeitgeberInnen und MitarbeiterInnen umfasst, mit dem Ziel der Integration auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt
Arbeitsbegleitung
  • Arbeitsbegleitung ist eine Maßnahme der unbefristeten Begleitung und Betreuung auf dem Arbeitsplatz

Trainingsmaßnahmen durch Individualförderung
  • für Menschen mit Beeinträchtigungen, die einen individuellen Förderbedarf in den Bereichen Bildung, Lebens- und Berufsalltag haben

  • kann ab dem Schuleintritt beantragt werden, eine Fördereinheit dauert 60 Minuten, der Förderrahmen beträgt 120 Einheiten jährlich, die Maßnahme wird für ein Jahr gewährt

  • für Weitergewährung ist ein neuerlicher begründeter Antrag notwendig

Trainingsmaßnahmen durch Rehabilitation und Integration Sehbehinderter und Späterblindeter
  • für sehbeeinträchtigte Menschen, die einen Bedarf für ein systematisches Training in lebenspraktischen Fertigkeiten, in Orientierung und Mobilität sowie in Kommunikationsfertigkeit haben

  • kann ab dem Schuleintritt beantragt werden

  • die Maßnahme wird für ein Jahr gewährt

  • für Weitergewährung ist ein neuerlicher begründeter Antrag notwendig

Wohnen

Menschen mit Beeinträchtigungen ist eine möglichst freie und selbstbestimmte Wahl der Wohnform zu eröffnen und wird gewährt für Menschen mit Beeinträchtigungen, die in ihrem bisherigen Umfeld vorübergehend oder dauernd nicht mehr leben können oder wollen.

 

Wohnformen
  • Wohnmöglichkeit in einer Wohnung oder Wohngemeinschaft
  • Wohnmöglichkeit in einem Wohnheim
  • Kurzzeitwohnen

Persönliche Assistenz

Persönliche Assistenz ist zu leisten, um Menschen mit Beeinträchtigungen je nach Art der Beeinträchtigung und dem Grad der Selbstbestimmungsfähigkeit die erforderliche persönliche Hilfe für ein selbstbestimmtes Leben in allen Bereichen des täglichen Lebens zu ermöglichen. Für die Leistung der Maßnahme ist ein Beitrag von maximal 20 Prozent der tatsächlich entstandenen Kosten zu leisten.

  • für Menschen mit Beeinträchtigungen, die in der Lage sind, selbstbestimmt über die Art der Hilfeleistung zu entscheiden und in einem eigenen Haushalt alleine, zu zweit oder in Gemeinschaft leben
  • endet jedenfalls mit dem Eintritt in eine Wohnform
  • das maximal mögliche Stundenausmaß beträgt im Trägermodel 250 Stunden und im Auftraggebermodell 450 Stunden pro Monat, die Maßnahme wird für ein Jahr gewährt
  • für Weitergewährung ist ein neuerlicher begründeter Antrag notwendig, wobei die Maßnahme längstens für drei Jahre gewährt werden kann

 

Mobile Betreuung und Hilfe

Mobile Betreuung und Hilfe ist zu leisten, wenn Menschen mit Beeinträchtigung auf Grund der Art der Beeinträchtigung nicht in der Lage sind, das tägliche Leben ohne fremde Hilfe zu besorgen und der Bedarf nur durch fachgerechtes Personal gedeckt werden kann. Für die Leistung der Maßnahme ist ein Beitrag von maximal 20 Prozent der tatsächlich entstandenen Kosten zu leisten.

  • für Menschen mit Beeinträchtigungen, die in einem eigenen Haushalt alleine, zu zweit oder in Gemeinschaft leben
  • kann ab der Vollendung des dritten Lebensjahres beantragt werden und endet jedenfalls mit dem Eintritt in eine Wohnform (Wohnheim, Wohngemeinschaft oder Kurzzeitwohnen)
  • das maximal mögliche Stundenausmaß beträgt 75 Stunden pro Monat, die Maßnahme wird für ein Jahr gewährt
  • für Weitergewährung ist ein neuerlicher begründeter Antrag notwendig, wobei die Maßnahme längstens für drei Jahre gewährt werden kann

Besondere soziale Dienste

Zusätzlich können zu den Hauptleistungen besondere soziale Dienste gewährt werden, wobei auf diese Leistungen kein Rechtsanspruch besteht.

 

Für Menschen mit Beeinträchtigungen kommen zum Beispiel in Betracht
  • Zuschuss zu Hilfsmitteln
  • Zuschüsse zur beeinträchtigungsgerechten Wohnraumausstattung
  • Erholungsaktionen
  • Fahrdienste einschließlich des erforderlichen Begleitpersonals
  • Zuschuss zum Ankauf bzw. zur Adaptierung eines PKWs für schwer gehbeeinträchtigte Personen
  • Übernahme der Dolmetschkosten für schwer hörbeeinträchtigte und gehörlose sowie schwer sprachbeeinträchtigte oder stumme Personen
  • Zuschuss zur Anschaffung eines Begleithundes
Für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen kommen insbesondere in Betracht
  • psychosoziale Beratung und Suchtberatung durch entsprechende Beratungsstellen oder durch aufsuchende Sozialarbeit
  • psychosoziale Krisenintervention wie Krisenzimmer, Krisenplätze, Kriseninterventionsstellen oder psychosoziale Notdienste
  • spezifische vorübergehende Angebote für wohnungslose Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen wie Notschlafstellen, Tageszentren
  • Einrichtungen für Freizeitangebote für Menschen mit psychosozialem Betreuungsbedarf
  • Übergangswohnen für Personen mit psychosozialem Betreuungsbedarf

Selbstversicherung in der Krankenversicherung

Menschen mit Beeinträchtigungen, denen eine Hauptleistung zuerkannt wurde oder denen ein besonderer sozialer Dienst gewährt wird und die weder als Versicherte noch als Angehörige Leistungen einer gesetzlichen Krankenversicherung erlangen können, haben Anspruch auf Übernahme der Kosten für eine freiwillige Selbstversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung.

Ersatz von Fahrtkosten

Menschen mit Beeinträchtigungen, die einen Anspruch auf eine Hauptleistung geltend machen oder denen ein solcher Anspruch bescheidmäßig zuerkannt wurde, sind die Fahrtkosten zu ersetzen, wenn nicht aufgrund anderer Rechtsvorschriften diese Kosten übernommen werden.

 

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