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Strominfrastruktur

Versorgungssicherheit und -qualität sind Säulen der Oberösterreichischen Landesenergiestrategie.

Die wirtschaftliche Entwicklung sowie die Herausforderungen zur Erreichung der Klimaschutzziele benötigen ein leistungsfähiges Übertragungs- und Verteilnetz, um sowohl dezentrale Energieerzeugungseinheiten als auch zentral positionierte Kraftwerke im Netz integrieren zu können.

Durch einen sorgfältig geplanten Netz- und Leitungsausbau soll die Versorgungssicherheit weiterhin gewährleistet und das Netz auf die zukünftigen Marktentwicklungen (Erzeugung und Verbrauch) vorbereitet werden.

  

Stromnetz-Masterplan Oberösterreich 2026

Der vorliegende „Stromnetz-Masterplan Oberösterreich 2026“ wurde durch die relevanten Netzbetreiber (Austrian Power Grid AG, Netz Oberösterreich GmbH und Linz Strom Netz GmbH) in enger Zusammenarbeit erstellt. Diese Abstimmung und Kooperation ist notwendig, da etliche Projekte in starker gegenseitiger Abhängigkeit stehen: Daraus ergibt sich in vielen Fällen auch eine klare zeitliche Abfolge für die Realisierung der Projekte.

Basierend auf der zehnjährige Ausbauplanung der drei Netzbetreiber finden sich im Masterplan 30 Leitungsprojekte auf den Spannungsebenen 110 kV und Umspannwerke mit einem Investitionsvolumen von 700 – 800 Mio. Euro. Die nunmehr vorliegende zusammengefasste Ausbauplanung soll Information und Transparenz bieten. Im Masterplan sind neue Leitungsprojekte auf gänzlich neuen Trassen systemneutral (Freileitung bzw. Kabel) enthalten.

Die Top 3 Masterplan-Projekte für Oberösterreich sind:

  • Generalerneuerung Donauschiene mit Netzabstützung Innkreis
  • Netzabstützung Zentralraum Oberösterreich Voraussetzung zur Realisierung anderer Projekte des Masterplans – unter anderem die 110 kV-Kabelprojekte im Linzer Raum
  • Stromversorgung Mühlviertel

Das Gutachten des Institutes für elektrische Anlagen der TU Graz stellt eine objektive und plausible Bewertung der vorgelegten Planungen dar.

Leitfaden für Planungsprozesse zur Trassenfestlegung bei neuen Hochspannungsanlagen

Der Umsetzungszeitraum von der Planung über die Genehmigung bis zur Errichtung von 110, 220 oder 380 kV-Leitungsprojekten reicht von mehreren Jahren bis teilweise Jahrzehnten. Eine der Ursachen dafür liegt oftmals in der mangelnden Transparenz des Planungsprozesses und der Entscheidungsfindung für die „neue Leitung“. Im eigentlichen Genehmigungsverfahren werden die Konsenswerber, die Genehmigungsbehörde aber auch die Politik immer wieder mit folgenden Fragen konfrontiert:

  • Notwendigkeit („Warum brauchen wir die Leitung überhaupt?“)
  • Systementscheidung („Warum wird eine Freileitung/ein Erdkabel verhandelt?“)
  • Trassenverlauf („Warum ist die Trasse hier und nicht wo anders?“)

Diese Fragen konnten nachträglich vielfach nur durch zusätzliche Gutachten beantwortet werden. Neben der Behandlung von technischen Fragen wurden oft auch noch grundsätzliche politische Diskussionen über die Systementscheidung zwischen Erdkabel und Freileitung geführt.

Der vorliegende „Leitfaden für Planungsprozesse zur Trassenfestlegung bei neuen Hochspannungsanlagen“ wurde von Experten des Landes Oberösterreich, der Netzbetreiber Netz Oberösterreich GmbH, Linz Strom Netz GmbH und Austrian Power Grid AG sowie den externen Beratern ILF Consulting Engineers Austria GmbH und Institut Retzl GmbH, Linz, erarbeitet. Die gewählte Systematik lehnt sich an die bewährten Trassenfindungsleitfäden für Verkehrsprojekte an.

Im Rahmen des Trassenauswahlverfahrens sollen u.a. folgende Ziele in einem transparenten, akzeptierten und nachvollziehbaren Prozess sichergestellt werden:

  • Vereinheitlichung des Rahmens eines Trassenauswahlverfahrens
  • Sicherstellung der frühzeitigen Berücksichtigung später notwendiger Bewilligungsverfahren
  • Systementscheidung (Freileitung/Erdkabel) auf Basis von vorher festgelegten Parametern
  • Ermittlung der bestmöglichen Leitungstrasse aus einem breiten, interdisziplinären Blickwinkel nach festgelegten Grundprinzipien
  • Hohe Akzeptanz der vorgeschlagenen Lösung

Der Methodikleitfaden stellt kein starres Bewertungssystem dar, sondern besitzt Modulcharakter, um die nötige Flexibilität bei der Anwendung zu gewährleisten.

Die Anwendung des Leitfadens ist grundsätzlich freiwillig, wird aber vom Land Oberösterreich empfohlen und unterstützt. Der Planungsauftrag und die Verantwortlichkeit für das jeweilige Projekt bleiben beim jeweiligen Netzbetreiber.

Wenn Sie Fragen dazu haben, wenden Sie sich bitte an:

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