LR Anschober: Farbenfrohe Faschingszeit: Vorsicht bei Kostümen und Schminke für Kinder – Tipps für Eltern

Landeskorrespondenz

(Presseaussendung vom 23.2.2017)

Die Vorbereitungen auf Faschingsumzüge und Feste für Klein und Groß laufen auf Hochtouren, Kostüm, Schminke, Deko werden ausgewählt. Gerade bei den Kindern gibt es aber ein paar Tipps zu beachten, damit aus der bunten Verkleidung keine böse Überraschung wird.

Vor wenigen Tagen wurde das Faschingskostüm Paw Patrol Sky für Mädchen, erhältlich bei Lidl, wegen Entflammbarkeit vom Hersteller zurückgerufen. Die Lebensmittelaufsicht bestätigt regelmäßige Warnungen für Faschingskostüme und dekorative Kosmetik (v.a. aus China) wegen der Gefahr der Strangulierung, Entflammbarkeit, Erstickung, des Weichmachers DEHP, enthaltener Schwermetalle oder sonstiger Schadstoffe.

 

Konsument/innenschutz-Landesrat Rudi Anschober: „Meine Tipps daher für die kleinen Faschingsgäste und ihre Eltern: Auf Verkleidungen mit herablösbaren Kleinteilen oder langen Schnüren und Bändern besser verzichten, Kostüme aus Baumwolle bevorzugen und vor Gebrauch waschen. Bei bunten Gesichtsfarben empfehle ich, jene auf Wasserbasis auszuwählen, keine alte Schminke zu verwenden und besser zuerst am Arm auf Verträglichkeit zu testen. So steht dem bunten Faschingsspaß nichts im Wege!“

 

Lebensmittelaufsicht : Kostüme und Schminke im Test

Im Jahr 2016 gingen bei der Lebensmittelaufsicht in Oberösterreich 31 Produktwarnmeldungen aus den Bereichen Faschingskostüme, -zubehör, -masken und Faschingsschminke ein. Der Großteil dieser beanstandeten Produkte stammt aus China.

In Oberösterreich wird jede einzelne Warnmeldung von den Lebensmittelaufsichtsorganen bearbeitet. Dabei wird überprüft, ob diese Produkte überhaupt nach Oberösterreich geliefert wurden und vor Ort in Form von Stichproben kontrolliert, ob eines dieser Produkte in den Geschäftsregalen vorhanden ist.

Dies erfolgt über das Schnellwarnsystem für Gebrauchsgegenstände und Kosmetika der Europäischen Union (Rapex-System), das einen raschen Informationsaustausch zwischen den Mitgliedstaaten über Produkte des globalen Marktes, die Gesundheit und Sicherheit der kleinen und großen Konsument/innen gefährden könnten, ermöglicht.

 

Um die Sicherheit der Kinder zu gewährleisten und Risiken, die von Faschingskostümen ausgehen können, zu erkennen und zu vermindern, wurden im Jänner 2017 von den oö. Lebensmittelaufsichtsorganen erneut im Rahmen einer Schwerpunktaktion des Bundes Faschingskostüme aus dem Einzelhandel als Proben gezogen. Diese werden derzeit in der AGES (Österreichische Agentur für Ernährungssicherheit) auf Einhaltung des Grenzwertes von Azofarbstoffen, auf ihre Entflammbarkeit und andere physikalische und mechanische Eigenschaften analysiert.

 

Auch eine verstärkte Überwachung von Kinderschminke findet im Rahmen von Schwerpunktaktionen statt. Beispielsweise wurden 2016 in einem Schminkset Schwermetalle wie Blei, Nickel oder auch Biozide (Konservierungsmittel) nachgewiesen. In einem weiteren Schminkset wurden erhöhte Aluminiumwerte gefunden.

 

Die Beanstandungsgründe 2016 nach Häufigkeit: Strangulationsgefahr, Verbrennungsgefahr, Erstickungsgefahr, Gefahr durch den Gehalt des Weichmachers DEHP, sonstige Schadstoffe (Schwermetalle,..), sonstige Verletzungsgefahr, unzulässiger Gehalt an Konservierungsmitteln.