Bezirkshauptmannschaften Grieskirchen und Eferding
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Amateurfunk im Krisenstabseinsatz

Amateurfunk. Eine schnelle und gut funktionierende Fernmeldeverbindung auch bei länger andauerndem Stromausfall.

 

Katastrophenfunkübung im Krisenstab der Bezirkshauptmannschaft Eferding

Am 27. November 2015 fand im Bezirk Eferding die jährliche Katastrophenschutzübung der behördlichen Einsatzleitung der Bezirkshauptmannschaft gemeinsam mit den Einsatzorganisationen des Bezirkes statt.

Wie auch im Ernstfall (z.B. beim Hochwassereinsatz 2013) wurde der Krisenstab der Behörde als integrierter Stabes aufgebaut, d.h. unter Miteinbeziehung der technischen Einsatzleitungen der Einsatzorganisationen in die behördliche Einsatzleitung der Bezirkshauptmannschaft.

Diesem Krisenstab, bestehend aus Mitarbeitern der Bezirkshauptmannschaft Eferding, des Militärkommandos Oberösterreich, des Bezirkspolizeikommandos, des Roten Kreuzes, des Bezirksfeuerwehrkommandos und des Arbeiter-Samarieterbundes stand der Bezirkshauptmann Dr. Michael Slapnicka als behördlicher Einsatzleiter vor.

Als besondere Katastrophenlage wurde angenommen, dass verheerende Schneefälle Teile des Bezirkes praktisch von der Außenwelt abgeschnitten hatten, dass Straßen durch umgestürzte Bäume unpassierbar, ganze Ortschaften ohne Strom und Telefonverbindung waren und dass unter anderem das Alten- und Pflegeheim in Hartkirchen unter den Schneemassen einzustürzen drohte.

Diese Übung sollte aber auch einem zusätzlichen Zweck dienen: Allen Beteiligten sollte demonstriert werden, dass mittels Amateurfunk sehr schnell und einfach gut funktionierende Fernmeldeverbindungen aufgebaut werden können, die auch bei einem länger dauernden Stromausfall einsatzbereit bleiben und dass somit Funkamateure im Bedarfsfall wertvolle Hilfe leisten können, wenn man sie darum ersucht.

Diese Idee entsprang nicht etwa dem Zufall, sondern vielmehr der Tatsache, dass Mag. Yvonne Weidenholzer, Leiterin der Bezirkshauptmannschaft Eferding selbst begeisterte Anhängerin des Amateurfunks und auch im Notfunknetzwerk A.R.E.N.A des österreichischen Versuchssenderverband registriert ist.

Um neben dem ab 2016 in Oberösterreich sukzessive zu installierenden BOS-Digital-Funk-System ein redundantes Kommunikationssystem auf UKW zu demonstrieren, wurde beim Fernmeldebüro Linz eine Katastrophenschutzfunkübung angemeldet und kurzerhand zwei Funkamateure zur Teilnahme an der Übung eingeladen.

Als Antenne für das stationäre Gerät bei der Bezirkshauptmannschaft wurde die ohnehin hoch über dem Dach vorhandene Groundplane verwendet, die noch vom Behördenfunk aus den 80iger Jahren stammt. Diese Antenne ist zwar auf 152 MHz in Resonanz, aber auch 145 MHz noch tadellos einsetzbar. Das stationäre Gerät war ein CRT270M, das mit Netzgerät und Pufferbatterie auf 145,56124 MHz betrieben wurde, wie auch das Mobilgerät im Auto (IC-706 Mk IIG) und die Handfunkgeräte Woxun KG-UV6D, Baofeng UV-5R und ICOM ID51E.

Sinn der Übung war die Demonstration, dass in Notfällen eine sprachliche Informationsweitergabe zwischen Behörde und den Einsatzorganisationen funktioniert, wenn andere System ausfallen. Der behördlichen Einsatzleitung sollte über Sprechfunkt ein Bild über die Lage vor Ort verschafft werden. Das System ist rasch und einfach installiert und könnte das BOS-Digitalfunksystem der Behörden und Einsatzkräfte perfekt ergänzen.

Der Auftrag an die Funkamateure lautete zunächst, vor Ort zusammen mit dem Bezirksförster Ing. Stöckl auf der Verbindungsstraße zwischen Rienberg und Schaumberg den Zustand der Waldbäume an den Straßen bezüglich notwendiger Sperren zu erkunden, die Lage in den stromlosen Ortschaften der Gemeinden Stroheim und Hartkirchen festzustellen und die entsprechenden Informationen per Funk an den Krisenstab zu übermitteln.

 

Ergebnis der Katastrophenfunkübung:

Eine gelungene Amateurfunkdemonstration, die eine zusätzliche Möglichkeit der Kommunikation für die Behörden zeigt, wenn bestehende Kommunikationssysteme nicht mehr funktionieren. Mit Hilfe der Amateurfunker oder auch direkt durch die Behörde selbst könnte rasch und einfach eine Sprechverbindung aufgebaut werden, die auch bei einem längeren Krisenszenario wie z.B. Blackout immer noch funktioniert. "Die Qualität und der Abdeckungsbereich der UKW Verbindung hat uns alle im Krisenstab beeindruckt", führt Bezirkshauptmann Dr. Slapnicka im Rahmen der Abschlussbesprechung aus.

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