Amt der Oö. Landesregierung
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Mietwohnungen für junge Menschen

Gefördert wird die Errichtung von günstigen Mietwohnungen für junge Menschen

Wer wird gefördert?

Gemeinnützige Bauvereinigungen, Gemeinden, Gewerbliche Bauträger

Was wird gefördert?

Die Errichtung von Häusern entsprechend dem Niedrigstenergiestandard mit mindestens 12 Mietwohnungen für junge Menschen

Wie wird gefördert?

Durch die Gewährung eines Förderungsdarlehens für die Errichtung von Wohnungen

I) Ausmaß der Förderungsdarlehens und der Nutzfläche

Die Basisförderung kann für die Errichtung von Häusern mit Mietwohnungen für junge Menschen bis zu maximal 66 Prozent der anerkennbaren Gesamtbaukosten betragen.

Das zu errichtende Wohnhaus muss mindestens 12 Wohnungen aufweisen, zwei Drittel der im Wohnhaus errichteten Wohnungen müssen Einraum- bzw. Zweiraumwohnungen sein.

  • Für die Wohnungsgrößen gelten folgende Vorgaben:
    • Ein-Raumwohnung max. 30
    • Zwei-Raumwohnung max. 45
    • Drei-Raumwohnung max. 65

Diese Flächenvorgaben gelten ohne Einbeziehung von Terrassen im Erdgeschoss und Balkonen.

Terrassen im Erdgeschoss und Balkone können bis 6 errichtet und im Ausmaß von maximal 50 Prozent der auf sie entfallenen Fläche mit dem Fördersatz für die Wohnnutzfläche gefördert werden.

II) Zusatzförderung (Erhöhung des Förderungsdarlehens)

Die Basisförderung kann sich für folgende Maßnahmen im Ausmaß der tatsächlich nachgewiesenen Kosten, jedoch maximal um folgende Beträge erhöhen:

Tiefgarage

Pro Wohnung wird für die Tiefgarage, deren Errichtung von der Behörde zwingend vorgeschrieben wurde, ein Pauschalbetrag von 6.600 Euro als Förderungsdarlehen für einen Tiefgaragen-Abstellplatz gewährt.

Ökologische Dämmstoffe

20 Euro pro Wohnnutzfläche, wenn ökologische Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohrstoffen verwendet werden. Sämtliche Außenbauteile (Außenwand, oberste Decke/Dach, Kellerdecke, erdanliegender Boden - ausgenommen erdberührende Dämmung) müssen zu 100 Prozent mit nachwachsenden ökologischen Dämmstoffen versehen werden. Zusätze gegen Feuer, Wasser und Schädlinge sowie Stützfasern sind zulässig. Nachwachsende ökologische Dämmstoffe sind z.B.Flachs, Hanf, Holzfaser, Schafwolle, Stroh, Zellulose und Kork. Die  Wärmeleitfähigkeit muss kleiner gleich 0,06 W/mK sein (Lamda-Wert).

III) Bedingungen des Förderungsdarlehens

Laufzeit 45 Jahre.

Förderzuschläge für die Verwendung ökologischer Dämmstoffe erhöhen die maximalen Baukosten und aliquot die Anfangsannuität.

Die Tilgung und Verzinsung des Förderungsdarlehens beginnt nach Auszahlung von 75 Prozent, spätestens jedoch ab Bezug der Wohnungen. Die Annuitäten sind halbjährlich zu leisten.
Die Annuität (Tilgung und Verzinsung) beträgt anfänglich 0,5 Prozent des ursprünglichen Darlehensbetrages. Diese Annuität steigt während der Darlehenslaufzeit. Die Verzinsung beträgt jährlich 0,5 Prozent.
Das Land Oberösterreich kann nach Maßgabe seiner finanziellen Erfordernisse das Förderungsdarlehen abwicklungstechnisch und verrechnungsseitig durch ein gleich hohes Hypothekardarlehen dergestalt fördern, dass die Annuitätenbelastung aus diesem Hypothekardarlehen für den Mieter exakt der Belastung des substituierten Förderungsdarlehens entspricht. Für das von der Förderungswerberin oder vom Förderungswerber aufzunehmende Hypothekardarlehen muss in Bezug auf die Darlehenskonditionen die Zustimmung des Landes Oberösterreich eingeholt werden. Das Land Oberösterreich übernimmt nach Maßgabe eines Beschlusses des Oö. Landtags für das aufgenommene Hypothekardarlehen die Haftung.
Das Land Oberösterreich hat die Möglichkeit, ab dem sechsten Jahr die Rückzahlungsrate des Förderungsdarlehens neu zu bemessen, wenn wesentliche Änderungen hinsichtlich der allgemeinen Einkommens-, Geldwert- und Baukostenentwicklung sowie wesentliche Veränderungen der Einkommens- und Familiensituation der Mieterin oder des Mieters zu Grunde liegen.

IV) Gesamtbaukosten

Die Gesamtbaukosten werden insofern begrenzt, als die monatliche Rückzahlungsrate für Förderungsdarlehen, Bankdarlehen und Eigenmitteleinsatz pro Nutzfläche 2,60 Euro  nicht übersteigen darf.
Übersteigt während der Rückzahlungsdauer einer Förderung die Finanzierungsbelastung die festgelegte Belastungsgrenze, so hat der Bauträger entweder die Laufzeit oder die Verzinsung des Eigenmitteleinsatzes so anzupassen, dass die Belastungsobergrenze nicht überschritten wird. Zur Bestimmung der Belastungsobergrenze während der Förderungslaufzeit wird diese mit 1,5 Prozent pro Jahr in den ersten fünfzehn Jahren und mit 2 Prozent danach dynamisiert werden.

V) Eigenmitteleinsatz

Der Förderungswerber hat mindestens zehn Prozent der anerkannten Gesamtbaukosten  als Eigenmittel einzusetzen.
Ein Eigenmitteleinsatz der Mieterin oder des Mieters ist nicht vorzusehen.

VI) Energietechnische Mindeststandards

Für die Gewährung der Förderung sind folgende energetische Standards maßgebend:
Niedrigstenergiehaus
AB/VB größer gleich  0,8 .... 36 kWh/m²a
AB/VB kleiner gleich  0,2 .... 20 kWh/m²a
AB/VB zwischen 0,2 und 0,8 .... linear ansteigend von 20 bis 36 kWh/m²a
Alternativ kann zur Bewertung der Gesamtenergieeffizienz eines Wohnhauses der Gesamtenergieeffizienzfaktor fGEE gemäß OIB-Richtlinie 6, Ausgabe 2011, für das Referenzklima  herangezogen werden. Der Gesamtenergieeffizienzfaktor des geplanten Wohnhauses darf dabei nachweislich nicht höher sein als der Gesamtenergieeffizienzfaktor eines Wohnhauses gleicher Geometrie, das in Bezug auf die Gebäudehülle die oben genannten Anforderung erfüllt und in Bezug auf die haustechnische Ausstattung die Vorgaben hinsichtlich der Errichtung einer Solaranlage  (siehe VIII., 6. Punkt) berücksichtigt. Ist eine dezentrale Warmwasserbereitung geplant, ist bei der Berechnung des Gesamtenergieeffizienzfaktors fGEE als Referenzausstattung für die Warmwasserbereitung ein dezentraler elektrischer Warmwasserspeicher zu berücksichtigen.
Unbeschadet der obigen Bestimmungen darf zur Sicherstellung einer energieeffizienten Gebäudehülle der Heizwärmebedarf ohne Einrechnung der Wärmerückgewinne aus Lüftungsanlagen bei einem AB/VB größer gleich 0,8 den Wert von 45 kWh/m²a, bei einem AB/VB kleiner gleich 0,2 den Wert von 22,5 kWh/m²a nicht überschreiten. Bei AB/VB zwischen 0,2 und 0,8 gelten linear ansteigend Werte von 22,5 bis 45 kWh/m²a.

VII) Grundsätzliche Regelungen für die Leistbarkeit des Wohnens

Um die Leistbarkeit des Wohnens sicherzustellen, gelten neben der Belastungsobergrenze die folgenden Kostenbegrenzungen:

Der Anteil der gesamten aktivierten Anschaffungskosten für das Grundstück ("Grundkostenanteil") darf max. 30 % der Belastungsobergrenze betragen.
Die hausbezogenen Betriebskosten dürfen max. 50 % der Belastungsobergrenze betragen.
der Erhaltungs- und Verbesserungsbeitrag und die Verwaltungskosten sind den Bestimmungen des Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetzes entsprechend zu verrechnen.

Der Förderungswerber ermöglicht und unterstützt eine günstige Gesamtbelastung für die Mieter und Mieterinnen, indem er - jedenfalls zum Zeitpunkt des Erstbezugs der Wohnungen - folgende Vereinbarungen und Maßnahmen setzt:

Hinsichtlich der Energieversorgung des Wohnhauses wird der günstigste Anbieter ausgewählt und den Mietern und Mieterinnen als Vertragspartner vorgeschlagen.
Im Hinblick auf die Versorgung des Wohnhauses mit Leistungen der Informationstechnologie werden ebenfalls Rahmenverträge mit dem günstigsten Anbieter den Mietern und Mieterinnen vorgelegt.
Allfällige weitere zusätzliche Rahmenvereinbarungen für spezifische Dienstleistungen, die für die Zielgruppe junge Menschen besonders geeignet sind und die bei einer gemeinschaftlichen Inanspruchnahme Kostenvorteile bieten, zu verhandeln und zum individuellen Abschluss den Mietern und Mieterinnen anzubieten.

VIII) Ausstattung der Wohnungen

Als normale Ausstattung im Sinne des § 2 Ziffer 7 des Oö. WFG 1993 gilt eine Ausstattung, die bei größter Wirtschaftlichkeit des Baukostenaufwandes bei einwandfreier Ausführung nach dem jeweiligen Stand der Technik sowohl den Wohnbedürfnissen junger Menschen als auch den Bestimmungen des oberösterreichischen Baurechts entspricht.

Bauvorhaben, für die eine Förderung beantragt wird und die ab dem Bauprogramm 2015 umgesetzt werden, haben die Wirtschaftlichkeitsparameter einzuhalten und Vorgaben des Standardausstattungskataloges zu erfüllen. Eine Förderung kann nur dann erfolgen, wenn das Bauvorhaben in einer Gesamtbewertung als wirtschaftlich positiv beurteilt wird.  Es können auch einzelne  Projekte des Bauprogramms durch den Wirtschaftlichkeitsbeirat überprüft und einer Detailevaluierung unterzogen werden (siehe Dokument am Seitenende).

  • Mietwohnungen sind grundsätzlich mit Oberflächenendausführung und bezugsfertig, d.h. auch mit funktionstüchtigem Bad und WC sowie mit verlegten Fußböden zu erstellen.
  • Die erforderlichen Anschlussmöglichkeiten für E-Herd, Spülbecken und Kühlschrank sind herzustellen. Bei Wohnungen mit mehr als 2 Räumen ist eine bauliche Trennung von Bad und WC herzustellen; dies gilt nicht bei einer behindertengerechten Ausführung. Im Bad ist Platz für eine Waschmaschine und deren Anschluss vorzusehen.
  • Ein der Größe der Wohnung entsprechender Bereich für Abstellzwecke (Abstellschrank) ist innerhalb der Wohnung vorzusehen.
  •  Ein Wasch- und Trockenraum, der in seiner Größe auf das Wohnhaus abgestimmt ist, ist zu errichten und mit einer Industriewaschmaschine und einem Industriewäschetrockner, die den Mietern und Mieterinnen zur gemeinsamen entgeltlichen Nutzung zur Verfügung stehen, auszustatten
  • Ein leicht zugänglicher funktionaler Mehrzweckraum (unter anderem für Kinderwagen und dergleichen), der in seiner Größe auf das Wohnhaus abgestimmt ist, ist zu errichten.
  • Eine wassergeführte Solaranlage mit einer Kollektormindestgröße (Aperturfläche) von 1,2 m²pro Wohnung ist verpflichtend vorzusehen. Vom Einbau einer Solaranlage kann abgesehen  werden, wenn
  • eine ganzjährige Nah- bzw. Fernwärmeversorgung, die überwiegend aus Biomasse, Prozess- oder Abwärme oder Geothermie gewonnen wird, gegeben ist;
  • Heizsysteme auf Basis emissionsarmer, biogener Brennstoffe eingesetzt werden;
  • Erdgas-Brennwert- bzw. Flüssiggas-Brennwert-Anlagen mit einem überwiegenden Anteil des Gases aus erneuerbaren Energieträgern betrieben werden;
  • eine Wärmepumpe, die mit Strom aus 100 % erneuerbaren Energieträgern (Basis: Händlermix) betrieben wird;
  • der Einbau einer Solaranlage aus klimatischen Gründen wirtschaftlich nicht vertretbar ist.
  • Kohle, Heizöl und Elektroheizungen als Hauptheizsystem dürfen nicht  verwendet werden.
  • Die ökologischen Mindestkriterien (siehe Seitenende) sind einzuhalten.

 

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Förderungsvoraussetzungen für Bauherren 

  • Der Förderungswerber muss  Eigentümer oder Bauberechtigter der zu verbauenden Liegenschaft sein.
  • Das zu verbauende Grundstück muss lastenfrei sein.
  • Die Errichtung von Mietwohnungen für junge Menschen erfolgt vorzugsweise auf Baurechtsgrundstücken oder kostengünstigen Baugründen.
  • Gewerbliche Bauträger und Gemeinden erhalten Wohnbauförderungsmittel für die Errichtung von Mietwohnungen für junge Menschen nur dann, wenn das für die geförderte(n) Baulichkeit(en) veranlagte Benützungsentgelt auf die Dauer der Laufzeit der Förderung nach den Entgeltbestimmungen des § 14 WGG 1979 kalkuliert und verrechnet wird.
  • Der Förderungswerber unterstützt möglichst günstiges Wohnen für junge Menschen weiters dadurch, indem er im Bauverfahren darauf hinwirkt, dass von der Baubehörde Stellplätze für Kraftfahrzeuge nicht über dem laut OÖ. Baurecht erforderlichen Mindestausmaß vorgeschrieben werden.
  • Für das jeweilige Bauvorhaben ist ein eigenes Bankkonto zu führen, in welches das Land Oberösterreich und die künftige Wohnungsbenützerin und der künftige Wohnungsbenützer ein Einschaurecht haben.
  • Vor schriftlicher Zusicherung der Förderung darf mit dem Bau nicht begonnen werden.

Fördervoraussetzungen für Mieterinnen/Mieter

  • Die Mieterin/der Mieter muss eine förderbare Person sein und die geförderte Wohnung mit Hauptwohnsitz bewohnen. Das Einkommen darf bestimmte Einkommensobergrenzen nicht übersteigen (siehe "Begriffe zum Thema Wohnen").
  • Der Mietvertrag darf auf maximal acht Jahre abgeschlossen werden. Eine Verlängerung des Mietvertrages ist nicht zulässig.
  • Der Mietvertrag ist so zu gestalten, dass er jedenfalls mit Vollendung des 35. Lebensjahres der Mieterin oder des Mieters endet.
  • Ehepaare und eingetragene Partner müssen denselben Hauptwohnsitz haben.

Ökologische Mindestkriterien

Die folgenden ökologischen Mindestkriterien sind einzuhalten. Die entsprechenden Bestimmungen sind in den Ausschreibungstexten aufzunehmen. Es können jederzeit stichprobenartig Kontrollen bezüglich der Einhaltung der Anforderungen durchgeführt werden.

  • HFKW-freie und HFCKW-freie Wärmedämmstoffe und Baustoffe,
  • Brennwerttechnik bei Gaskessel,
  • selbsttätig wirkende Vorrichtungen zur raum- bzw. zonenweisen Regelung der Raumtemperatur (z.B. Thermostatventil),
  • Niedertemperaturverteilsystem (Vorlauf-/Rücklauftemperatur max. 60/35 °C),
  • bei Umwälzpumpen gemäß Energieverbrauchs-Kennzeichnung (EU-Energie-Label) sind nur Pumpen mit einem Energieeffizienzindex (EEI) von kleiner gleich 0,4 auszuführen; werden für bestimmte Pumpen niedrigere EEI–Werte auf Grund von EU-Richtlinien oder anderen nationalen Vorgaben vorgegeben, so gelten diese,
  • ein wassergetragenes Heizsystem ist vorzusehen,
  • elektrische Durchlauferhitzer zur Warmwasserbereitung sind nicht zulässig,
  • ein Nachweis über die einzuhaltende Vermeidung der sommerlichen Überwärmung gemäßÖNORM B 8110 Teil 3 ist auf Verlangen vorzulegen,
  • luftdichte Gebäudehülle mit n50-Wert kleiner oder gleich 1,5 h-1 bei Niedrigstenergiehäusern,
  • fachgerechte hydraulische Einregulierung der Wärmeverteilungs/abgabe-Systeme,
  • kein Einsatz von Tropenholz; Ausnahme: Hölzer mit FSC Nachweis (Forest Stewardship Council). Dieser Nachweis ist seitens des Auftragnehmers zu erbringen,
  • Einsatz emissionsarmer Bauchemikalien, d.h.
  • formaldehydarme bzw. formaldehydfreie Holzwerkstoffe,
  • Einsatz von Verlegewerkstoffen für Boden- und Parkettlegearbeiten gemäß dem Emissionsstandard "sehr emissionsarm" (EC1) des international etablierten CodierungssystemsEMICODE oder gleichwertigen Nachweis,
  • lösemittel-, biozid- und weichmacherfreie Wand- und Deckenanstriche, Tapetenkleber,
  • Lacke, Lasuren, Holzversiegelungen dürfen max. 5 % Lösemittel enthalten und müssen aromatenfrei sein; bei Fußbodenoberflächenbehandlung sind max. 8 % Lösemittelanteil erlaubt,
  • lösemittelfreie Vorstriche und bituminöse Spachtelmassen.

Abwicklung / Antragstellung

Der Antrag ist mittels Formular an die Direktion Soziales und Gesundheit, Abteilung Wohnbauförderung, zu richten.

Formular

Amt der Oö. Landesregierung • 4021 Linz, Landhausplatz 1 • Telefon (+43 732) 77 20-0 • E-Mail post@ooe.gv.at