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Bodenschutz

Der Boden tut viel für uns: Er ist die Basis für unsere Lebensmittelproduktion, die Trinkwasserreinigung, den Hochwasserschutz und trägt auch zum Klimaschutz bei. Damit das so bleibt, braucht er unseren Schutz.

Boden erfüllt vielfältige Aufgaben für den Naturhaushalt und die menschliche Existenz. Nahrungsmittel zu produzieren ist wohl die wichtigste davon. Bodenschutz hat den Zweck, diese Funktionen des Bodens auch für zukünftige Generationen zu sichern.

Nicht nur der Flächenbedarf und die Ansprüche an die Qualität der Böden sind bei landwirtschaftlicher Bodennutzung sehr hoch. Auch der Substanzverlust (z.B. durch Erosion) und der Qualitätsverlust (z.B. durch Verdichtung, Humusabbau) sind von großer Bedeutung. Der Bereich der Bioenergie verschärft die Problematik noch, da zusätzlich zur Flächenkonkurrenz mit einer nachhaltigen Nahrungsmittelproduktion die einseitige Zunahme des Anbaus von Energiepflanzen wie Mais, Raps und auch Weizen den prekären Humushaushalt und die Gesundheit der Böden ebenfalls verschlechtern kann.

Der Bodenschutz in Oberösterreich ist auf sehr hohem Niveau. Oberösterreich ist eines von vier Bundesländern, die ein eigenes Bodenschutzgesetz besitzen.

Boden - unersetzbar für unsere Trinkwasserreinigung und den Hochwasserschutz

Intakte Böden können aufgrund ihrer Struktur und Beschaffenheit große Mengen Wasser aufnehmen, speichern und teilweise an tiefere Schichten oder das Grundwasser weiterleiten. Im Einzugsgebiet von Fließgewässern sind sie das leistungsfähigste Speichermedium für Wasser. Böden bestehen zu rund 50 Prozent aus Hohlräumen und können daher bis zu hundert Liter Wasser pro Quadratmeter speichern. Wird dieser Speicher reduziert, z.B. durch Versiegelung oder Verdichtung, so können bei Niederschlägen höhere Abflussmengen auftreten, die in weiterer Folge zur Bildung von Hochwasser beitragen.

Bodenschutz ist daher auch Hochwasserschutz. Böden reinigen die Niederschläge. Abhängig von der Art des Bodens (Ton, Sand, Schluff) und dem Humusgehalt wird ein Teil des Wassers gespeichert, ein Teil an die Pflanzen abgegeben, während ein Teil Richtung Grundwasser versickert. Schadstoffe und Krankheitserreger werden durch parallel ablaufende Vorgänge abgebaut oder gebunden:

  • Siebeffekt: Die Bodenporen wirken wie ein Sieb und filtern Verunreinigungen aus den Niederschlägen heraus.
  • Adsorptionseffekt: Besonders Ton- und Humuspartikel binden Nähr- und Schadstoffe und halten sie fest.
  • Mikrobieller Abbau organischer Schadstoffe: Gesunde Böden sind belebte Böden. Vor allem Mikroorganismen und Pilze bauen organische Schadstoffe zu Kohlendioxid, Wasser und anderen kleinen Molekülen ab. Das funktioniert ähnlich wie eine biologische Kläranlage.
                     

Bodenschutz ist Klimaschutz

Humusreiche Böden binden weltweit mit ca. 1.500 Gigatonnen Kohlenstoff das Doppelte der Kohlenstoffmenge, die derzeit in der Atmosphäre in Form des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) existiert. Der Boden stellt zurzeit eine CO2-Senke dar, indem er mehr Kohlenstoff aufnimmt als abgibt und den vom Menschen verursachten Treibhauseffekt damit hinauszögert. In kühlen und gemäßigten Klimazonen können humusreiche Böden CO2 bis zu Jahrtausenden speichern. Bei anhaltender, fortschreitender Erderwärmung, bedingt durch die noch immer ansteigenden CO2-Emissionen, wird nicht nur weniger Kohlenstoff in den Böden gebunden, sondern gleichzeitig altes, gespeichertes CO2 aus dem Boden abgegeben. Dadurch könnten die Böden von einer Senke auch zu einer Quelle von CO2 werden. Unter dem Gesichtspunkt des Klimaschutzes ist der Humusgehalt der Böden sehr wichtig: Daher ist der Humusabbau durch nicht sachgerechte Landbewirtschaftung zu vermeiden. 

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